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Detroit wird zur größten Farm

Dezember 15, 2010

Detroit liegt am gleichnamigen Fluss zwischen dem Lake St. Clair und dem Eriesee und ist mit etwa 900.000 Einwohnern die elftgrößte Stadt der USA„. (1) Der Spitzname für Detroit war bis zur Finanzkrise Motor City, die auch letztendlich die Autoindustrie in den USA in den Abgrund zog, aber eigentlich  nur das I-Tüpfelchen auf die Automobilkrise war, die seit Jahren den Markt beherrscht. Die Autoproduzenten in den USA haben Energiefresser gebaut, die sich bald die Bürger nicht mehr leisten konnten oder können.

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Detroit wurde als  Motor City großspurig von den Automobilbauern wie Henry Ford beherrscht. „Aus der Boomtown Detroit, in der Henry Ford den Autobau am Fließband erfand und deren Einwohnerzahl zwischen 1900 und 1950 von 285 000 auf 1,85 Millionen stieg, ist ein Problemfall geworden“. Denn Im Zuge der Autohysterie hat man eine Stadt gebaut, in der man „bewusst (auf) öffentliche schienengebundene Verkehrsmittel (verzichtet hat), deshalb gibt es keine U- oder S-Bahn in Motor City.

Arbeitslosigkeit, Armut, Zerfall – Detroit kämpft gegen den Niedergang. Der Absturz von Chrysler und General Motors hat in Amerikas Autometropole sichtbare Spuren hinterlassen. Ein Besuch am Ground Zero der US-Autokrise“. (3)

Ein Besuch heute in Detroit, der Stadt in der seit den 60er Jahren nicht nur die Motown-Musik und Kriminalität grassierte, zeigt mehr ein grünes Wunder als eine Motor City. In Detroit hat die Zukunft der Bürger begonnen, die in ihrer Stadt leben und arbeiten wollen, und das gut und gesund. Die Zeiten der Mac`s sind vorbei, nicht umsonst wird Burger King zum Verkauf angeboten.

In Detroit werden heute im Rahmen der sogenannten „Transforming“ Ökonomie freie, städtische Grundstücke „in Höfe und Gärten“ verwandelt, so dass die „Gemeinde Detroit“ heute ihre „Bewohner“ in der Mehrheit mit „Früchten und Gemüse“ aus Detroit versorgen kann. Ein grünes Wunder und eine ökologische Euphorie herrscht heute zwischen den Ruinen einer versinkenden Welt der „Fließbandarbeit und Scheinmobilität per Automobil“.(4) Die Selbstbestimmung steht wieder hoch im Kurs, das Fließband gehört den Totengräbern einer maroden Industriepolitik a la Herny Ford.

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Die Zukunft in der ehemaligen Metropole  ziwschen Lake St. Clair und der Eriesee hat begonnen, wenn sie auch nicht unkritisch betrachtet wird, denn wie immer sind es auch reiche Spinner der angenehmen Art, die eine Idee mit vorantreiben. War es vor über 100 Jahren Henry Ford mit seiner Fliebandproduktion, der damit das Auto erst zum Massenkonsumartikel werden ließ, ist es heute wohl laut der Literatur der Millionär John Hantz, auch wenn er auf eine schon längst fahrenden Zug mit aufspringt.

„Einer der verbliebenen Millionäre der „Motor City“ plant nun, in Detroit die größte urbane Farm der Welt zu schaffen. Es sind High-Tech Agrarfabriken geplant, die wie Science-Fiction anmuten. Ob das allerdings tatsächlich der armen Bevölkerung Detroits hilft, wird bezweifelt“. (5) Die Arbeitslosigkeit bezweifeln diese Kritiker wie immer nicht, seltsam, doch alles Neue hat gegen Vorurteile zu kämpfen.

Und wer könnte schon besser gegen Vorurteile ankämpfen, als einer, der die alte Ökonomie und Heuschreckenkultur von der Picke auf kennt. „John Hantz, ehemaliger Finanzmanager und einer der wenigen verbleibenden Millionäre Detroits, ist überzeugt, dass urbane Farmen der Stadt einen neuen Aufschwung bringen könnten“. (6)

Dabei weiß John Hantz um die Probelme von Detroit, kurze Sommer und lange Winter sind nicht das ideale Umfeld für eine klassische Farm, deshalb setzt er auf „High-Tech-Gemüsefabriken“ die ausehen werden, „wie aus einem Science-Fiction-Film entflohen. Mit Kompost geheizte Glashäuser, Terrassenbeete, Hydrokulturen (nur Wasser, keine Erde) und Aerokulturen (nur Luft) sollen zeigen, wie die urbane Landwirtschaft der Zukunft aussehen könnte“. (5)

Denn auch die alten Vorstellungen vom Bauer auf dem Traktor „wird (es) jedenfalls ganz sicher (nicht) geben – das war gestern“, und das ist das Problem der Kritiker, die ihre Bildung aus dem letzten Jahrhundert beziehen. Sicherlich ist Detroit ein Experiment, aber eines bei Erfolg mit revolutionärem Charakter für Detroit und die „Dritte Welt“, denn diese leidet heute immer noch unter den subventionierten Agrarprodukten aus Europa und den USA, die ihre heimischen Märkte zerstört haben und ein Heer von Arbeitslosen produziert hat, so wie über eine Milliarde Menschen, die vom Hunger bedroht sind.

Dabei sind die Ideen des wohl unter Vorurteilen leidenden Hantz nicht die einzigen, in die Schlagzeilen kam er wohl wegen seinem 30 Millionen Dollar Angebot an die Stadt. Denn schon bisher gibt es in Detroit die  „900 selbstverwaltete Stadtfarmen“, die Motor City zur grünen Oase werden lassen. „Widerstand erhält Hantz vor allem von den autonomen Stadt-Farmern, die Detroit zu einer der führenden Städte in Sachen urbane Landwirtschaft gemacht haben – sie fürchten nun eine Übernahme und Kommerzialisierung durch das Riesenprojekt“. (5)

Man darf gespannt sein, wie sich die Stadtverwaltung und Bürger von Detroit entscheiden, am Ende wäre eine Lösung mit den Stadtfarmern und Hantz die beste Lösung, denn aus vielen Ideen könnte eine neue globale, dezentrale Agrarkultur werden, die auch den Hungernden in dieser Welt hilft, denn letztendlich wird die Selbsthilfe die letzte Lösung für alle Armen sein, ob in Detroit oder Afrika, aber ein Hantz alleine macht noch keinen satt.

1)http://de.wikipedia.org/wiki/Detroit

2)http://www.handelsblatt.com/auto/news/detroit-traditions-autostadt-kaempft-mit-riesenproblemen;1374819

3)http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,627794,00.html

4)http://www.news-medical.net/news/20101120/7623/German.aspx

5)http://www.shortnews.de/id/848783/Detroit-Von-der-Metropole-zum-Ackerland

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Hurra, wir machen jetzt die Armen eu-mäßig fertig

Juli 29, 2010

Ein Exportweltmeister bei der Arbeit.

Wie immer, wenn Richter Kunz mit Hund, Frau und Kind im Mercedes und Filialleiter Hinz mit Hund und dritter Ehefrau ohne Göre in den Urlaub fahren, sorry, Hinz mit dem TT von BMW, dann entdecken die Restdeutschen und Ursula von der Leier, auch bekannt als Frau Dr. Ursula von der Leiden, Tochter des berühmtesten Keksfabrikanten aus Niedersachsen und Ex-Ministerpräsident die Armut.

Diesmal musste man wohl die Armut auch entdecken, denn die EU hat das 2010 zum Jahr gegen, ja raten sie doch mal, gegen? Nein, nicht gegen Atomkraftwerke und den Sch..ß erklärt, sondern wirklich, und das stimmt, nur keiner weiß das bei uns, weil wir eine Presse haben, die immer das schreibt, was oben gewünscht ist. Ja, 2010 ist wirklich das Jahr gegen die ? Und jetzt kommt es, „das Europäische Jahr 2010 (EJ 2010) gegen Armut und soziale Ausgrenzung“. (1)

Wer wusste das schon in Deutschlkand 2010? Sie etwa?

„Das öffentliche Bewusstsein für die Risiken von Armut und sozialer Ausgrenzung zu stärken und die Wahrnehmung für ihre vielfältigen Ursachen und Auswirkungen zu schärfen – das sind die Ziele des Europäischen Jahres 2010 – ausgerufen von der Europäischen Kommission“. (1)

Keiner mag die A...

Super Sache, wenn da nicht die deustche Schirmherrin wäre, die Tochter vom Keksfabrikanten und berühmt für ihre Heimfahrten mit Chauffeur(2)  und allem was so dazu gehört. Nur Lady Diana ist großzügiger behandelt worden und die anderem vom Adel, was Theoder der Afghanenjäger macht, weiß man noch nicht so richtig, doch Ursula von der Leier fährt mit Korso und Tamtam am Wochenende in das liebe Niedersachen und denkt dabei an die vielen, vielen faulen Hartz IV Kinder, die immer noch nicht arbeiten.

Doch zurück zum Thema. 2010 ist wirklich das Jahr gegen soziale Ausgrenzung, das wären bei uns laut Statistik schon mal 6 Millionen plus einigen hundert Tausend, die Hartz IV bekommen, ob als vollwertiges soziales Opfer oder eben als Teilopfer per Aufstocker, Hartz IV for ever und raus bist du!

Hartz IV-Kinder oder warum arbeiten die Gören denn nicht?

„Mit diesem Jahr soll den Vorurteilen und möglichen Diskriminierungen gegenüber von Armutsrisiken und Ausgrenzung betroffenen Menschen begegnet werden. Gleichzeitig sollen Ansätze zu deren Überwindung aufgezeigt werden. Die Medien spielen dabei eine wichtige Rolle“. (1)

Natürlich spielen die Medien eine wichtige Rolle, die beten alles nach, was Ursula und ihre Jungs so von der Lounge der „Blaublütigen“ verkünden. „Uns geht es doch gut“, zum Beipsiel. Und wer Hartz IV bekommt, so die Stigmatisierung, der war eben faul und hat sich nicht angepasst. Und wenn wir Weltmeister wurden, im Fußball oder im Export, dann haben die nie geklascht. Ja wirklich!

Eigentlich, wenn wir ehrlich sind, halten wir guten Deutschen Hartz IV-Empfänger für Asoziale die Nichts bringen und Können und deshalb da auch gelandet sind. Und ehrlich gesagt, die Stören das Leben im Hotel „Möwenpick“ und mann sollte die einfach mal nach Afrika schicken, da fehlt Armut nicht so auf, weil die fast alle Nichts haben.

Und wir haben von Ihnen zu wenig zugetraut oder vertraut, sagt jedenfalls die von der Leier mit dem Vornamen Ursula. „Wir müssen allen von Armut betroffenen Menschen auch etwas zutrauen. Sie brauchen vor allem konkrete Angebote und Unterstützung, die sie in die Lage versetzen, auf Dauer auf eigenen Beinen zu stehen, Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, anlässlich der Auftaktveranstaltung des Europäischen Jahres 2010 (EJ 2010) in Madrid“. (3)

Ausgerechnet Spanien, wo die uns den Titel in Südafrika vermasselt haben. Egal, Raul ist im Ruhrpott gelandet, oder in Schlagzeilen, „königlich blauer Raul auf Schalke“. Endlich ein Adliger im Fußball und Ursula soll schon mal den Kabineneingang „auf schalke sich ziegen lassen haben“, nur so, wegen der Armut und im Fußball kann jeder was werden, man muss nur wollen.

„2010“, was für ein Jahr und wir haben immer noch ein Drittel vor uns. Was machen wir jetzt also mit den Armen? Haben sie eine Idee?

1)http://www.mit-neuem-mut.de/index.php?id=5

2)http://www.stern.de/politik/deutschland/gabriel-und-von-der-leyen-opposition-kritisiert-vielflieger-596688.html

3)http://www.mit-neuem-mut.de/?langid=ro

Der Sozialstaat wird abgewrackt, aber ohne Prämie.

Juni 18, 2009
Vereinigungsorgie a la Kohl.

Vereinigungsorgie a la Kohl.

Spätestens mit der Vereinigungsorgie von 1991 hat für viele Bürger im Osten und Westen die Armut ein neues, reales Gesicht bekommen, ihr Gesicht. Während die Abzocker, Heuschrecken und Bad-Bank-Manager sich Tag für Tag Wege und Chance suchen, die Taschen voll zustopfen mit der Droge aus der Bundesbank, erleben immer mehr Kinder, Alleinerziehende, Rentner, Arbeitslose, Kranke, Hartz IV Empfänger, Hartz IV Aufstocker, Migranten und sozial Schwache, dass Deutschland eine politische Kultur der Ausgrenzung, Armut, Ghettoisierung und sozialen Verelendung hat. Und nichts kann diesen Zug mehr stoppen, so lange Politiker sich auf ein Wahlergebnis berufen können oder sich in ihren Wellnesszentren, den Parlamenten verschanzen dürfen.

Verharmlosen und Verdrängen.

Verharmlosen und Verdrängen.

Gerade auf den Straßen, den Schulhöfen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln und  Treffpunkten (Parks, U-Bahnstationen, Bahnhöfen, Ämtern) der Hauptstadt erleben wir die vehemente Entwicklung einer Slumkultur, die selbst anderen europäischen Nachbarn Angst machen würde. Uns offenbar nicht, den abgehärtet durch die Kultur des Holocaust, des kalten Krieges und der Mauer- und Stacheldrahtideologie haben wir sozial gesehen ein sehr niedriges Gerechtigkeitsempfinden entwickelt. Die Ereignisse um den 2. Juni 1967, den Tod von Benno Ohnesorg und die Stasiakte von Karl-Heinz Kurras, dem Täter, haben diese auch 2009 nochmals klar zum Ausdruck gebracht.

Die Zeche bezahlt der kleine Mann.

Die Zeche bezahlt der kleine Mann.

Der Autor des Buches „Armut in einem reichen Land – Wie das Problem verharmlost und verdrängt wird“, Professor Christoph Butterwegge hat mit seinem Untertitel diese typisch deutschen Verhaltenstrukturen treffend charakterisiert, Verharmlosen und Verdrängen, darin waren wir immer Weltmeister. Ansonsten gibt Butterwege eine sehr konkreten Einblick in die Armut von Deutschland die man als relative Armut bezeichnet – das Leben ist gesichert, das soziokulturelle Existenzminimum aber nicht – und damit der ideale Nährboden für Gewalt, Hass, Mobbing, Terror und Rassismus ist.

Und die erneute Verschürfung der Armut bei uns liegt in der einfachen Tatsache, dass jemand „die Zeche dafür (be)zahlen (muss), dass die Banken saniert werden. Aus meiner Sicht sind es die Arbeitnehmer, die Mittelschicht und die Armen.“ Und die Politik zeigt uns wie so etwas ganz einfach geht. Man verändert einfach die Grundlage für das Existenzminimum nach unten und wartet ab, wie sich die Frösche im Topf verhalten, wenn die Hitze zunimmt. „Die Bundesregierung  (hat einfach in) ihrem jüngsten Armutsbericht die Berechnungsgrundlage verändert… Im Jahr 2005 galt als arm, wer weniger als 938 Euro netto im Monat zur Verfügung hatte, im Jahr 2008 wurde die Grenze auf 781 Euro gesenkt.“ Zieht man dann noch die Mehrwertssteuer ab, die die Armen beazhlen, so bleibt netto gerade mal 600 bis 650 Euro übrig, welch ein Wahnsinn.

Benno Ohnesorg.

Benno Ohnesorg.

So einfach ist das, doch warum wundern sich dann diese Politiker, dass niemand mehr zur Wahl geht. Gerade in Berlin, in den Ghettos lag die Wahlbeteiligung zur Europawahl teilwiese bei nur 35 %, das heißt, 65 % sind Nichtwähler und das bewusst. Auch Armut hat eine Würde und die heißt: „Nur das dümmste Schwein wählt seine Schlachter selbst.“

Unter http://www.stern.de/politik/deutschland/:Armut-Bundesrepublik-Die-Regierung-Armen-Stich/703886.html findet man ein sehr gutes Interview von Professor Christoph Butterwegge.