Urbane Gärten statt Heuschrecken und Finanzkrise.

Gerade die USA haben immer wieder bewiesen, dass Krisen nur mit neuen Lösungen überwunden werden können, und das meine ich ganz pragmatisch. In Deutschland zum Beispiel labert man über Regeln für die Finanzwelt, das ist etwa so, als würde man für das Weltall die Einhaltung der deutschen Verkehrsordnung fordern.

So haben sich schon vor der Finanzkrise und vom Untergang der Autobranche seit den 70er Jahren, jenem Jahrzehnt in dem man die Ölkrise Millionen Menschen auf diesem Planeten klar gemacht hat, so geht es nicht weiter. Die Erde ist kein Fließbandprodukt von Henry Ford, sie ist ein fragiler Planet. Oder auf deutsch gesagt, wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es auch heraus.

Und in Detroit hat man sich angesichts des Massenelends in der Stadt auf eine alte Tradition der Migranten aus dem 16. bis 18 Jahrhundert besonnen, und die hieß, brach liegendes Land zu urbaniseren. War es damals jedoch kein brach liegendes Land, nur weil die Ureinwohner eine andere Vorstellung vom Umgang mit der Natur hatten, liegt der Fall in Detroit anders.

Tausende vonm Menschen und Unternehmer haben die Stadt am Eriesee in den letzten 40 bis 50 Jahren verlassen und marode Gebäude und leere Grundstücke zurück gelassen. Und diese musste dann die Stadtveraltung für teueres Geld  sanieren und pflegen, obwohl die Einnahmen dafür immer mehr zurück gingen. In Deutsachland spricht man dann davon, dass die Schere auseinander geht.

In Detroit haben Enthusiasten, Büromenschen ohne Job und Mitglieder des Prekariats begonnen auf leeren Grundstücken und in Fabrikhallen Gemüse und Obst zu züchten. „Ob es auch an der Finanzkrise liegt, oder daran, dass viele Menschen generell wieder näher zur Natur möchten, nach „Sinn“ und „Wirklichkeit“ in ihrem Leben suchen, wieder Bezug haben möchten, zu dem, was sie essen: Gärtnern in all seinen Formen liegt im Trend wie seit Generationen nicht mehr“. (1)

Ein Trend den man Urban Farming oder „Transforming Ökonomie“ nennt, ausgehend von der Tatsache, dass man auch in der Stadt nicht nur für den Eigenbedarf Lebensmittel produzieren kann, die einem durch den Verkauf ein Einkommen sichern.

In Detroit soll es heute über 900 Stadtfarmen geben, Tendenz steigend. Doch nicht nur die City- oder Metropolenökonomie  verändert sich dadurch, sondern auch die Lebensqualität und Anbauweisen für das wertvolle Gut Nahrungsmittel aus eigener Produktion, so dass man Farming von heute nicht mit denen zu George Washingtons Zeiten gleich setzen kann. Der Mensch lenrt dazu, und das besonders schnell, wenn das Ziel human ist und sozial verträglich erreicht werden kann.

„Das ist keine Rückkehr zu irgendwas, da entstehen ganz kreative neue Formen, meint auch Christa Müller, Vorsitzende der Stiftung Interkultur. Das hat zum einen praktische Gründe.

Wegen der oft schlechten Böden in den Städten, aber auch um den Anbau mobil zu halten, müssen die modernen Gärtner sich neue Methoden erschließen, um auch inmitten von Asphalt und Beton an ihr Gemüse zu kommen. Erfolgreich: In Kisten und Säcken mit fruchtbarem Humus können Kartoffeln sogar auf dem Balkon angebaut werden. Und in den Prinzessinnen-Gärten werden mit Hilfe von transportablen Hochbeeten ungenutzte städtische Brachflächen in kürzester Zeit in einen ökologische Nutzgarten verwandelt“. (1)

Und der Trend wird noch mit eines Gesellschaft zu nehmen, in der man mehr und mehr „Rentner hat und erkennt, Gärtnern heißt Gesundheits- und Körperpflege. Menschen die in einem kleinen Garten arbeiten dürfen, sind glücklicher und gesünder. Der Nachweis dafür ist jedoch schwierig, denn dazu müssten man mal über 50 Jahren und mehr Erfahrungen sammeln können und diese dann auswerten.

1)http://www.bauerngarten.net/presse/100618_sein_47195605.pdf

https://harrygambler2009.wordpress.com/2010/12/15/detroit-wird-zur-grosten-farm/

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