Der neue Sozialfaschismus oder was meint Frau Dorothea Siems

Nun wissen wir, dass das Hause Springer sich besonders gerne um „Sozialschmarotzer“ und andere Hartz-IV-Opfer mit aller Hingabe kümmert. Der Hintergrund dürfte der gleiche sein, wie im Fall Benno Ohnesorg, wo Bild und andere Publikatioen aus dem Hause Springer die Stimmung bis zum „Kotzen“ angeheizt haben.

Heute kennen wir das Èrgebnis der Hetzpropaganda aus dem Hause Axel Springer, es heißt Karl-Heinz Kurras, er ist nicht nur einer der berühmtesten Stasispitzel West geworden, sondern kann als Mörder für sich in Anspruch nehmen, Pension für immer und das trotz einer Straftat. Was will ein Todesschütze mehr, insbesondere sind die Publikationen aus dem Hause Springer seit dem 2. Juni 1967 ein Zeitdokument, das mit dem von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und deren Hinrichtung ohne weiteres mithalten kann.

Heute nun sind es die Hartz IV-Empfänger, auch sie gelten wieder als „Arbeitsscheu, Faul und Asozial„, diese sozialfaschistische Sichtweise von 1967 und davor, gilt wohl auch heute als Maxime jediglicher Denkstruktur mit sozialen Randproblemen einer modernen Industriegesellschaft im Hause Springer und ihrem Internetklatschball „WELT Online“ für das gehobene Publikum im Komasäuferland Deutschland 2010.

Frau Siems will wohl so was wie einen Leitartikel zu einem „Aufschwung“ schreiben und hat dabei wohl den Rat ihres Arztes bezüglich der Nebenwirkungen von Medikamenten nicht beherzigt. Wer diesen „Pups“ der Finanzmärkte „Aufschwung“ nennt, hat die Trendwende 2000 nicht verstanden, heute regieren die Finanz- und nicht die Gütermärkte.(1)

Und wer Lohndumping, 6,7 Millionen Hartz-IV-Aufstocker und Empfänger, Leiharbeit und Nichtaufarbeitung der Stasivergangenheit – in den USA würden Demokraten den ganzen Sumpf der Nazi- und Stasidokumente einfach über Wikileaks *ins Internet stellen* – als Aufschwung bezeichnet, der muss schon viel Viagra oder Aufputschmittel nehmen. Wir wissen nicht, was der Arzt von Frau Siems von Beruf ist, doch die Ergüsse ihrer Gedankenwelt kann man als „neuen Sozialfaschismus Marke Sarrazin“ bezeichnen oder die „andere Zerstörung der Vernunft„**, wenn man es philosophisch will und Habermas verstanden hat.

Nein danke Frau Siems, wir brauchen keine Analysen oder Leitartikel aus ihrem Haus, wir hätten mal viel lieber eine genaue Aufstellung der Arbeitnehmer und deren Lohn im Hause Springer, wahrscheinlich würde dann niemand mehr ihr Blatt lesen oder ihre Internetseite anklicken.*

Aufschwung, kaum zu glauben was man heute so für Propagandaartikel im Net findet, achso, noch eine Frage Fraum Siems, welches Parteibuch haben sie denn in ihrem Täschen neben Puderdose und Faltencreme? Beachten sie auch bitte bei Kosmetikartikeln die Nebenwirkungen wie Gedächtnisschwund oder übersteigerte Euphorie.

*  http://wikileaks.org/

1) http://www.welt.de/debatte/kommentare/article10575637/Sozialromantik-verhindert-die-Vollbeschaeftigung.html?wtmc=RSS.Debatte.Kommentare

**http://www.zeit.de/1991/20/Die-andere-Zerstoerung-der-Vernunft

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2 Antworten to “Der neue Sozialfaschismus oder was meint Frau Dorothea Siems”

  1. Barbara Says:

    Bemerkenswerter Blogartikel.Hat beim Lesen richtig Spaß gemacht. Freue mich auf weitere Ausführungen zu diesem Thema.

  2. Margit Hutter Says:

    Sozial ist, wer Arbeit schafft
    Parole eines Steigbügelhalters von Hitler
    Sozial ist, wer Arbeit schafft. Haben Sie gedacht, dass mit diesem populären und allseits verkündeten Spruch neues Denken und Modernität bei deutschen Eliten Einzug gehalten hat? Dem ist nicht so. Denn die Propaganda „Sozial ist, wer Arbeit schafft“, ist ein alter Hut. Sie stammt vom unseligen Alfred Hugenberg, der im Auftrag und mit dem Geld der Schwerindustrie einen Medienkonzern gegründet hat, „dessen publizistische Organe Hugenbergs national-konservative bis reaktionär-antirepublikanische Auffassungen formulierten und ihm großen Einfluss auf die öffentliche Meinung sicherten.“ (Brockhaus-CD, 2002). Alfred Hugenberg und Adolf Hitler haben zusammen mit anderen die sogenannte Harzburger Front gebildet, die sich den bedingungslosen Kampf gegen die Weimarer Republik auf die Fahnen geschrieben hat.

    Den vollständigen Brockhaus-Text zu Hugenberg und der Harzburger Front finden Sie am Ende dieses Artikels.

    Nun kann jedoch auch eine Propaganda aus der äußersten rechten Ecke richtig sein, obwohl man sich mit braun befleckten Sprüchen nicht wirklich profilieren kann.
    Was ist nun dran am Wahrheitsgehalt des Spruchs: Sozial ist, was Arbeit schafft.
    Zunächst muss man sich klar machen, wozu diese Propaganda dient. In erster Linie soll sie die Bevölkerung darauf einstimmen, sozialen Abbau zu akzeptieren. Denn diese Propaganda wird ja hauptsächlich dann benutzt, wenn es um Kürzungen im Sozialbereich geht oder auch um Erpressungen von Mitarbeitern, Lohnkürzungen zu akzeptieren. Folgende Denkkette soll erzeugt werden: unsozial ist sozial, weil dadurch ein höheres Gut entsteht, nämlich Arbeitsplätze. Dazu ist zweierlei zu sagen: unsozial bleibt immer unsozial und wird nie sozial. Und zweitens ist die Behauptung fraglich, ob unsoziale Kürzungen oder unsoziales Verhalten wirklich Arbeitsplätze schafft. Arbeitsplätze hängen von vielen Faktoren ab. Die Denkkette läuft aber ganz anders ab. Z. B. schaffen Investitionen Arbeitsplätze. Deshalb wäre es sozial, wenn man den Weg ins Finanzcasino durch hohe Abgaben (Stichwort: Tobin-Steuer) versperren würde, damit mehr Kapital in die Realwirtschaft fließt. Mit derselben Blödheit wie „Sozial ist, was Arbeit schafft“ könnte man auch sagen: „Sozial ist die Tobin-Steuer, weil sie Arbeit schafft.“ (weil sie die Börsengeschäfte verteuert und dadurch Realinvestitionen begünstigt.) Aber Arbeitsplätze hängen noch von vielen anderen Faktoren ab. Eine plakative Aussage, die nur einen Weg zu mehr Arbeitsplätzen kennt, ist nur auf die Verdummung der Bevölkerungsmehrheit gerichtet. Es ist ein Totschlagsargument, mit dem man jegliche Diskussion schon im Keim ersticken will, damit die Bevölkerung möglichst die Unsinnigkeit dieser Behauptung nicht erkennt.
    Es ist ein unanständiger Psychotrick. Wenn dieser Psychotrick heute wieder wie zu unseligen Zeiten quer durch alle Medien, Parteien, Institute, Wirtschaft etc wiederholt wird, dann wird er dadurch nicht besser, sondern ist ein Indiz für die Verlotterung der Sitten und den Zerfall von Anstand und Moral, aber auch für völlige Ratlosigkeit und Gefahr.
    Und es kommt noch schlimmer. Auch die heutigen wie die gestrigen Eliten sind staatsfeindlich eingestellt. Denn der Spruch: „Sozial ist, was Arbeit schafft“, ist gleichzeitig ein Angriff auf den Staat und eine Verächtlichmachung des Staates. Denn der Spruch beinhaltet unausgesprochen auch, dass der Staat sich mehr und mehr aus der sozialen Sicherung verabschieden soll. Hier soll folgender Eindruck entstehen: Alles, was der Staat macht, ist teuer und schlecht. Die Privatwirtschaft kann es besser. Auch dies ist eine Ideologie, deren Beweis noch aussteht. Auch mit dieser Staatsfeindlichkeit stehen die heutigen Vertreter der Propaganda: „Sozial ist, was Arbeit schafft“, den gestrigen und ewig gestrigen Gesellen sehr nahe. Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Ein Nutzen für die Bevölkerungsmehrheit ist nicht zu erkennen, der Schaden kann aber immens sein.

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    Die Quelle für den Ausspruch Hugenbergs ist das Buch
    Albrecht Müller: Die Reformlüge. 40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren. Droemer Verlag München, 2004, 415 Seiten, 19,90 Euro.
    Das Buch ist sehr lesenswert und entlarvt noch viele weitere Parolen als Psychotricks im Kampf gegen die Bevölkerungsmehrheit.

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    Aufgedeckt hat die Naziparole die taz.

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    Die nach unten offene Blödheitsskala:

    Sozial ist, was Arbeit schafft.
    Lieber ein Arbeitsplatz ohne Kündigunsschutz als arbeitslos mit Kündigungsschutz.
    Lieber schlechtes Wetter und einen Arbeitsplatz als gutes Wetter ohne Arbeitsplatz.
    Lieber reich und gesund als arm und krank.
    Wer kann es noch blöder?

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    Informationen der Brockhaus-CD von 2002

    Hugenberg, Alfred, Industrieller, Politiker, geb. Hannover 19.6. 1865, gest. Kükenbruch (heute zu Extertal, Kreis Lippe) 12.3. 1951; war 1909 bis 18 Vorsitzender des Direktoriums der Krupp-Werke, ab 1916 Leiter des Hugenbergkonzerns, dessen publizistische Organe Hugenbergs national-konservative bis reaktionär-antirepublikanische Auffassungen formulierten und ihm großen Einfluss auf die öffentliche Meinung sicherten. Als MdR (Deutschnationale Volkspartei seit 1920; seit 1928 Parteivorsitzender) bekämpfte er die Außenpolitik der Weimarer Republik. Mit Hitler u.a. bildete er 1931 die Harzburger Front. Ende Januar 1933 wurde Hugenberg in der von Hitler gebildeten Regierung Wirtschafts- und Ernährungsminister; Rücktritt Juni 1933. Bis 1945 war er MdR, besaß jedoch keinen größeren Einfluss auf die deutsche Politik.
    Literatur:
    Holzbach, H.: Das »System Hugenberg.« Die Organisation bürgerlicher Sammlungspolitik vor dem Aufstieg der NSDAP. 1981.
    © 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

    Hugenbergkonzern,
    nationalkonservative Mediengruppe unter Führung der Ausland GmbH, gegr. 1914 als Propagandaorganisation der dt. Schwerindustrie, und der Wirtschaftl. Gesellschaft, gegr. 1916 als privatrechtl. Interessengemeinschaft der Industriellen A.Hugenberg, E.Kirdorf, H.W. Beukenberg und H.Stinnes; kontrollierte über mehrere Finanzierungs- und Beteiligungsgesellschaften Nachrichtenagenturen, Pressedienste, Presseverlage, Filmgesellschaften (Ufa). Die Medien des Hugenbergkonzerns standen während der Weimarer Republik der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) zur Verfügung. Seit 1933 kamen die Unternehmen des Hugenbergkonzerns unter die Kontrolle der Nationalsozialisten und wurden z.T. verstaatlicht.
    © 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

    Harzburger Front,
    der Zusammenschluss von NSDAP, DNVP, Stahlhelm u.a. Verbände (»Nationale Opposition«) unter Führung A.Hitlers, A.Hugenbergs und F.Seldtes gegen die Regierung H.Brüning (Harzburger Tagung 11.10. 1931); forderte die Auflösung des Reichstags und des preußischen Landtags; scheiterte 1932, als die Deutschnationalen es ablehnten, die Wahl Hitlers zum Reichspräsidenten zu unterstützen; im Januar 1933 als Kulisse zur Regierungsbildung Hitlers wieder belebt.
    © 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

    Tagung der Harzburger Front am 11. Oktober 1931

    Harzburger Front
    Schon beim Volksbegehren von 1929 gegen den Youngplan war es zu einer Kooperation der Rechtsparteien und nationalen Verbände gekommen. Inzwischen waren die Nationalsozialisten durch ihren eklatanten Wahlsieg vom 14.September 1930 zu einem unübersehbaren Faktor auf der innenpolitischen Bühne geworden. Zusammen mit den Deutschnationalen (DNVP), die unter ihrem Vorsitzenden Alfred Hugenberg (seit 1928), dem Chef eines mächtigen Wirtschafts- und Presse-Imperiums und Generaldirektor der Ufa, völlig von der zeitweisen Unterstützung der Republik abgerückt und zu einem kompromisslosen Konfrontationskurs gegenüber der Republik übergegangen waren, dem Stahlhelm Bund der Frontsoldaten und weiteren nationalistischen Verbänden schlossen sich die Nationalsozialisten am 11.Oktober 1931 in Bad Harzburg zu einer Aktionsgemeinschaft im Kampf gegen die Weimarer Republik zusammen, zur Harzburger Front. Ihren Kampfeswillen und ihre Stärke demonstrierten sie mit gewaltigen Aufmärschen ihrer paramilitärischen Verbände und kriegerischen Reden ihrer Führer Hugenberg und Hitler gegen die Republik, mit denen sie Eindruck auf den Reichspräsidenten machen wollten. Aber mit ihrer Einigkeit war es wegen der zwischen den politischen Führern bestehenden Rivalitäten nicht weit her. Nach der Machtergreifung vom 30.Januar 1933 saßen zwar Alfred Hugenberg und der Stahlhelm-Führer Franz Seldte eine Zeit lang mit im Kabinett Hitler, aber schon wenige Monate später gerieten alle nationalen Verbände, ebenso wie die DNVP, in den Sog der von Hitler schrittweise angesetzten Gleichschaltungsmaßnahmen und lösten sich auf.
    © 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

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