Freiherr zu Guttenberg und seine spät-römisch dekadente Jagdleidenschaft

Man weiß nicht so genau, was Menschen bewegt, die Tiere nur zum Spass jagen und töten. Jagdleidenschaft nennen dass die Damen und Herren. Sie sind meist reich und mächtig, oft adelig, aber nicht immer wie im Fall Honecker und Genossen aus der damaligen DDR das klar wurde. Macht muss man auf jeden Fall haben, denn die Jagd ist ein Privileg, das nur wenig bei uns haben und erhalten.

Schon in der DDR war die Jagdleidenschaft des Politbüros der SED berühmt und berüchtigt, man ging zur Jagd des Spasses wegen und knallte alles ab was vor die Flinte kam. Offenbar war das Spiel um Macht und Herrschaft in der Jagd nur ein Spiegelbild des Alltags und die Mächtigen genossen das gerne, so wie auch heute. Und wer das Recht noch von Geburt an geschenkt bekommt, so wie unser Freiherr Karl-Theodor von Guttenberg, na der muss doch zum Chef von Deutschland 2010 Plus werden, oder?

In Schweden ist das Köningshaus für seine Jadgleidenschaft bekannt, des blaue Blut aus tausend Jahre hat hier Vorrechte gesichert, die wohl mit dem europäischen Tierschutz nicht so einfach zu rechtfertigen sind. Doch beim Adel enden offenbar die Bürgerrechte, insbesondere wenn schon die Grünen in Deutschland von der Queen träumen, so wie Renate Künast von den Grünen, die ihren Kommunenkaffee auch nur aus der Tasse mit dem Bild von der Queen trank und wohl noch trinkt. Grün ist eben doch nur konservativ und war es wohl auch immer.

Und wer hätte das gedacht, wenn König Carl XVI. Gustaf zur Jagd geht, lädt er Gäste ein, die nicht alle gerne vor die Kamera wollen. Woher sollten die Gäste aber schon anders sein, als aus „Good Old Germany“ (GOG), man kennt sich so im Hochadel in Europa.

Und wer sollte bei uns in Deutschland schon die Ehre haben, mit Carl XVI. Gustaf ballern zu gehen? da gibt es derzeit nur einen und der heißt Karl-Theodor, ja der mit dem K und nicht C, bitte beachten, zu Guttenberg genannt, der kommende Kanzler laut Spiegel und derzeitige Medienstar. Wer hätte das gedacht, dass Demokratie noch mehr Adel rein macht, fällt da einem als Rundfunkhörer ein.

Auf die Bitten des Fernsehnteams jedoch, sich mal den Zuschauer als Jäger zu zeigen, lehnte er ab, nicht die richtige Publicity für einen als Kanzlerkandidat gehandelten Politiker aus dem Hartz IV Paradies oder lag es an der Uniform?

Nein, böse Zungen sagen an der Flinte und am Hut, er hätte ausgesehen wie der kleine Erich. Doch das trübt nicht seine Leidenschaft, Tiere abzuknallen, das Spiel um Macht und Leben lag und liegt im wohl im Blut.

Und von der „rohen Leber beim Bund“ bis hin zur Jagd auf die großen Tiere im Nordwald, dem so beliebten, guten alten Elche, unser Freiherr hat noch so manch spät-römisch dekadentes Hobby auf Lager. Nur warum hat er so eine Angst vor der Kamera, wo er doch so spiegelfreundlich in die Kamera grinsen kann, wenn es um die Aussetzung von Artikeln des GG geht? Oder fehlt dem Chef des neudeutschen Adels etwa der Mut und das Selbstvertrauen sich im Jägerlook zu zeigen, wie er so einem Elch den Todesschuss verpasst? (2)

1)http://www.mdr.de/brisant/koenigshaeuser/7800413.html

2)http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,676897,00.html

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , ,

3 Antworten to “Freiherr zu Guttenberg und seine spät-römisch dekadente Jagdleidenschaft”

  1. Christine Says:

    Ich bin Vegetarierin und deshalb natürlich auch gegen die Jagd. Aber was tagtäglich in den Schlachthäusern passiert berührt mich mehr, als wenn ein einzelner Baron mit einer Flinte durch den Wald schleicht. Immerhin scheint es ihm peinlich zu sein. Immerhin. Viel, viel schlimmer finde ich den Trend zu halal. Dann wird nach muslimischen Regeln geschächtet. Das heißt, dass die Tiere grausam verbluten. In Frankreich bietet die Fast-Food-Quette Quick in manchen Filialen nur noch halal-geschlachtetes Fleisch an. Hast du darüber auch schon gebloggt?

  2. Dr. Axel Möller Says:

    Wir üben am Tier ein, was wir dan bei Menschen fortsetze, die Verdrängung der Ehrfurcht vor dem Leben. Es mag Leute geben, die über das Töten von Tieren ohne jede Notwendigkeit und nur so zum Spaß, wie es heutzutage bei der Jagd geschieht, noch nicht nachgedacht hat. Das wäre für einen künftigen Bundeskanzlerkandidaten natürlich keine Empfehlung. Dass Herr von Guttenberg sich mit Jagdgesellschafte nicht fotografieren lassen möchte, lässt ja vielleicht noch hoffen.

  3. Dr. Axel Möller Says:

    Wir üben am Tier ein, was wir dann am Menschen fortsetzen, die Verdrängung der Ehrfurcht vor dem Leben. Es mag Leute geben, die über das Töten von Tieren ohne jede Notwendigkeit und nur so zum Spaß, wie es heutzutage bei der Jagd geschieht, noch nicht nachgedacht haben. Das wäre für einen künftigen Bundeskanzlerkandidaten natürlich keine Empfehlung. Dass Herr von Guttenberg sich mit Jagdgesellschafte nicht fotografieren lassen möchte, lässt ja vielleicht noch hoffen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: