Fachkräfte-Zuzugs-Diskussion und Dumpinglöhne

So ziemlich ohne Moral und Sitte wird zur Zeit eine Diskussion um den sogenannten Fachkräftemangel geführt. Seit 20 jahren weiß man, dass weniger als 50 % der Betriebe Fachleute/Facharbeiter ausbilden, an den Unis immer weniger Studenten technische Studienrichtungen besuchen.

Die Gründe sind einfach, wer nicht ausgebildet hat, der hat auch keine Facharbeiter. Sowohl CDU und FDP haben sich immer gegen eine Ausbildungsabgabe gewehrt. Mit dieser Abgabe hätte bei den Unternehmen zusätzlich ausgebildet werden können, die bereit waren, Fachleute auszubilden. Im Umkehrschluß heißt das, CDU, FDP und ihre Lobbyisten aus der Wirtschaft sind Schuld an dem zukünftigen Facharbeitermangel. Eine falsche Politik führt immer zu Problemen.(1)

Der Mangel an Fachleuten wie Techniker und Ingenieure ist mit der Abschaffung des BAföG ohne Rückzahlung in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts durch die CDU und FDP verursacht worden.

Forderungen die jetzt erhoben werden, sind auch unsinnig, den der sogenannte Fachleutemangel heißt in Wirklichkeit Dumpinglohnstrategie. Einmal gibt es keinen deustchen Arbeitsmarkt mehr wie in den Jahren vor 2000, seit 10 Jahren können Fachleute aus Spanien, Polen oder Frankreich ohne Probleme in Deutschland arbeiten. Doch dazu muss man keine Hungerlöhne bezahlen.

Wer gute Löhne bezahlt, der bekommt auch Fachleute, etwa 20 % dieser Arbeitskräfte stehen in Europa zur Verfügung und diese können jederzeit ohne Probelme angestellt werden. Man muss nur Löhne bezahlen, die diesen Menschen ein würdiges Leben erlaubt.

Beispiel: In Dänemark erhält ein ungelernter Fleischzerleger 40 bis 45 Euro Brutto in der Stunde. Die Firma Siemens bezahlt Ingenieuren die neu anfangen brutto etwa 12 bis 13 Euro, das ging so lange gut, wie Polen bereit waren dafür nach Deutschland zu kommen. Doch heute bekommen polnische Ingenieure in ihrer Heimat schon längst Löhne über 20 Euro die Stunde. Doch dazu äußern sich Politiker und Lobbyisten wie der Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt nicht.

Nein, es geht nicht um Fachkräftemangel, den es bei 3,2 Millionen offiziellen und etwa 4 bis 5 Millionen inoffiziellen Arbeitslosen gar nicht geben kann, wenn man Fachleute sucht und auch einstellen will. Doch wer nur das Lohnniveau drücken will, der bekommt dann nur noch Fachleute aus China und Indien, die freuen sich über Bruttolöhne von 800 und mehr Euro pro Monat.

Agentur für Ausbeutung?

„Der Vize-Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks“ bringt die Diskussion auf einen Nenner, es geht um die Kohle und Dumpinglöhne. Und Beifall erhält er vom DIW, dem so genannten linken Witrschaftsinstitut.

 „In der Debatte um die Anwerbung ausländischer Fachkräfte hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine spürbare Senkung der Gehaltsschwelle für Hochqualifizierte angemahnt, die in Deutschland arbeiten wollen“. (3)

Also alles verstanden was die Herren seit etwa einer Woche so vom Stapel lassen und erreichen wollen? Nein, dann noch ein Beispiel.

„Unter der bisherigen Regelung kommt kaum jemand ins Land, sagte DIW-Chef Klaus Zimmermann der Rheinischen Post (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. Das Mindestgehalt muss auf unter 50.000 Euro brutto im Jahr gesenkt werden. Derzeit müssen Nicht-EU-Angehörige mindestens 66.000 Euro im Jahr verdienen, um in Deutschland unbegrenzt arbeiten zu dürfen. Eine Anwerbung von Spezialisten mit niedrigeren Löhnen ist nur mit begrenzter Aufenthaltsgenehmigung möglich“. (3)

Ja Erich, bald bekommen alle nur noch 1 EuroIm Klartext heißt das, man will die Menschenrechte in Europa auf einen menschenwürdigen Arbeitsplatz mit Löhnen über der Ausbeutungsquote aushebeln, und das von „Möchtegernbeamten“ wie Herrn Zimmermann, der Angst vor der freien martwirtschaft hat, wie der Teufel vor dem Weihwasser.

Natürlich, zu erst bilden wir mit etwa 300 000 bis 500 000 Euro Bildungskosten Ingenieure aus, die wir dann mit Dumpinglöhnen beglücken und wer nicht will, der muss zu sehen, wie eben ein Inder seinen Platz bekommt. Da freut sich die NPD und andere rechte Gruppen, so was von Rassenideologie wäre nicht mal auf ihrem Misthaufen gewachsen.

„Der Vize-Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks, sprach sich in der Zeitung dafür aus, die Gehaltsschwelle sogar auf 40.000 Euro abzusenken, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Besonders im naturwissenschaftlich-technischen Bereich seien Ingenieure und IT-Fachkräfte Mangelware“. (3)

Willi, wer hätte das gedacht!

Und 40 000 Euro ist erst der Anfang, am liebsten würden diese Herren alle für einen Euro die Stunde beschäftigen. Nein, wir haben keinen Fachleutemangel, der auch nicht schlimm wäre, denn die Schweiz, Schweden, Norwegen , Dänemark und andere EU-Staaten haben den schon seit über 20 Jahren, und sie leben sehr gut damit. Mangel ist immer gesund, er hilft gegen die Fettsucht beim Essen und gegen Dumpinglöhne in der Wirtschaft.

Lassen wir uns also nichts einreden, es geht nicht um Fachleutemangel, sondern um Dumpinglöhne und Ausbeutung, und das hat mit Ökonomie und Sozialpolitik nun mal nichts zu tun. Mit Gier und Größenwahn schon eher, deshalb sollten die Herren mal lieber wieder von ihrem hohen Roß herunter kommen, bevor die ersten Steine fliegen und Geschäfte geplündert werden, das Maß ist voll.

1)http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE6720LD20100803

2)http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE67202S20100803

3)http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE67301N20100804

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2 Antworten to “Fachkräfte-Zuzugs-Diskussion und Dumpinglöhne”

  1. kanada vizesi Says:

    thanks a lot .

  2. mısır vizesi Says:

    Otel Tipi : Otel,Toplantı Oteli,

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