Das Opfer und der Petitionsausschuss des Bundestages

Der da drüben hat eine Petition eingereicht!

Norbert Denef , als „Kind jahrelang von einem katholischen Pfarrer und einem weiteren Kirchenmitarbeiter sexuell missbraucht“ hat vermutlich als erster den Fall zum Rollen gebracht.(1)

Obwohl die Kirche ihn mit einer  finanziellen Entschädigung zum Schweigen bringen wollte, damit eben nicht alle Opfer sich melden, hat er sich tapfer „gegen die Verpflichtung, dass er nicht öffentlich über das Geschehene sprechen sollte“ verstoßen und anderen Opfern Mut gemacht.(1)

Seit Wochen nun sind die Nachrichten und Zeitungen voll mit Meldungen über Opfer, die über ihre schrecklichen Erfahrungen als Kinder in der Obhut der Kirche berichten, leider nicht nur in der katholischen.

Im Laufe der öffentlichen Diskussion sahen sich dann endlich auch Politiker gezwungen zu den Vorgängen Stellung zu beziehen. Die Justizministerin, Frau Sa­bi­ne Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger, sagte unter dem Druck einer geschockten Öffentlichkeit ihre Hilfe zu, nur welche, darüber ließ sie sich nicht aus.

Frau Merkel versuchte auch so was wie eine Stellungnahme und hoffte, es betreffe nur die katholische Kirche. Sie hat daher nur den Papst zaghaft aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben, jedoch nicht die evangelische Kirche.

„… Auch in der evangelischen Kirche gibt es sexuelle Übergriffe. Im jüngsten Fall wird einem Kantor und Gemeindepädagogen im schleswig-holsteinischen Geesthacht vorgeworfen, ein 14-jähriges Mädchen unsittlich berührt zu haben. Die Kriminalpolizei ermittelt. Mittlerweile hat sich ein zweites mögliches Opfer gemeldet“. (2)

Zu den Vorgängen in den evangelischen Gemeinden schwieg und schweigt sie bis heute. Papa Kasner hat ihr wohl geraten, denn die evangelische Kirche war auch in der DDR stark vertreten. Und wer weiß, oft fallen einem die selber gebrannten Ziegel auf den Fuß. Also Ruhe halten und Anpassen, war die Losung aus dem Hause Kasner/Merkel, vermute ich mal. Schließlich hatte der rote Kasner in der DDR eine Sonderstellung mit seinem elitären Zirkel.

Auch der Bundespräsident, Experte für den Spritpreis und Schweiger zu unangenehmen Vorgängen, hat sich bisher nicht eindeutig zu den Vorgängen geäußert, obwohl er doch die Kirche so gerne als Hort der Moral gepriesen hat.

Seltsam, dass sich ein Bundespräsident nicht auf die Seiten der Opfer stellt, da waren Herzog, Weizsäcker, Rau, Heinemann und so weiter von anderem Schrott und Korn. Horst Köhler, der ungekrönte Partypräsident hat das Schweigen schon im Falle der Hartz IV-Kinder ohne Kindergeld(3), den spät dekadenten Auftritt von Westerwelle, dem Urteil zum Kündigungsschutz(4)   und den Korruptionsfällen um Siemens, Daimler und Kölner U-Bahnbau zum politischen Geschäft erhoben.

Doch dass kein einziges Wort zu den Missbrauchfällen von ihm zu hören war, das ist schon schockierend. Auch seine mangelnde Unterstützung im Kampf des Norbert Denef, der ja nun jedem in Deutschland bekannt sein dürfte, schockt.

Insbesondere wenn man weiß, dass das Opfer von sexuellem Missbrauch im Kindesalter eine eigene Homepage betreibt, auf die kein Wort der Unterstützung weder vom Bundespräsidenten noch von Merkel zu finden ist. Eine Internetseite, die das Problem  „sexualisierte Gewalt auf das gesamte Leben eines Opfers“ in den Mittelpunkt stellt und für hundert tausende Opfer in diesem Lande eine Anlaufstelle darstellt.(5)

Doch die Krönung des Ganzen dürfte wohl der Umgang des Petitionsausschusses des Bundestages in dieser Demokratie mit der Petition von Norbert Denef darstellen. (6)

Mit 40 Jahren begannen für Norbert Denef seelische Qualen von unvorstellbarem Ausmaß, die aber nachdrücklich zeigen , wie lange Opfer leiden müssen, an dem, was ihnen die Täter zu gefügt haben.

„Er musste sich mehrmals in vollstationäre Behandlung begeben, z.B. in das Krankenhaus Lahnhöhe vom 29.05.1990.-03.07.1990, 29.12.1995-25.01.1996, 23.02.2000.-08.03.2000. Diverse Medikations-versuche und mehrfache Psychotherapien blieben ohne andauernden Erfolg. In der Zeit vom 22.03.2004 bis zum 07.04.2004 befand er sich in der Klinik für psychotherapeutische und psychosomatische Medizin in Bielefeld. Aus dem Entlassungsbericht vom 28.04.2004 ergibt sich, dass eine chronisch komplexe posttraumatische Belastungsstörung (F 43.1) diagnostiziert wurde,..“(6)

Mich würde mal interessieren, wer diese Petition in dem von einem Ex-SED-Mitglied geführten Petitionsausschuss bearbeitet hat, welche Mitarbeiter des legendären „Petitionsausschussdienstes“ daran mitgewirkt haben?

Fakt ist, dass laut  Artikel 17 des GG, „jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden“. Und dass nach Artikel 35, Satz 1 unseres GG „alle Behörden des Bundes und der Länder leisten sich gegenseitig Rechts- und Amtshilfe“.

Nur eben nicht der Petitionsausschuss unter Leitung von Frau Kersten Steinke, ehemals Kersten Naumann. Hier vertritt man die Auffassung, dass insbesondere Mitarbeiter des Petitionsausschussdienstes ihnen bekannt gewordene Straftaten nicht anzeigen müssen.

Es ist daher nur zu unterstützen, dass sich Norbert Denef mit einer Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof gewandt hat.(1)

Im Übrigen kann jeder noch diese Beschwerde/Petition mit unterzeichnen. http://norbert.denef.com/petition/ Was hält sie noch zurück?

1) http://www.onlinezeitung24.de/article/2807

2)http://www.evangelisch.de/themen/religion/sexualisierte-gewalt-kirche-laesst-opfer-nicht-allein12678

3) https://harrygambler2009.wordpress.com/2010/01/29/die-neue-kinderfeindlichkeit-der-ministerin-ursula-von-der-leyen/

4)https://harrygambler2009.wordpress.com/2010/01/30/das-eu-urteil-zum-kundigungschutz-fur-junge-arbeitnehmer/

5) http://norbert.denef.com/

6)http://norbert.denef.com/Beschwerde_12805_09.pdf Seite 3

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Eine Antwort to “Das Opfer und der Petitionsausschuss des Bundestages”

  1. Fälle | missbrauchsfall.de Says:

    […] Das Opfer und der Petitionsausschuss des Bundestages Norbert Denef , als „Kind jahrelang von einem katholischen Pfarrer und einem weiteren Kirchenmitarbeiter sexuell missbraucht“ hat vermutlich als erster den Fall zum Rollen gebracht.(1) … Doch dass kein einziges Wort zu den Missbrauchfällen von ihm zu hören war, das ist schon schockierend. Auch seine mangelnde Unterstützung im Kampf des Norbert Denef, der ja nun jedem in Deutschland bekannt sein dürfte, schockt. Insbesondere wenn man weiß, dass das Opfer von sexuellem … https://harrygambler2009.wordpress.com/ — Wed, 24 Mar 2010 17:58:51 -0700 […]

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