Müssen die Griechen für den deutschen Rüstungswahn blechen?

Export- statt Friedensweltmeister. 😉

Griechenland ist bekanntlich pleite. Im Klartext, “Griechenland hat mehr als 300 Mrd. Euro Schulden“(1) und deshalb musste die EU die Notbremse ziehen. Eine Folge der Schulden ist, dass “ Athen …. den Euro erheblich“ belastet. (2)

Die Ursachen für das gigantische Haushaltsdefizit liegt einmal in der hohen „ Anzahl von Korruptionsfälle“, selbst bei einer anstehenden OP im Krankenhaus muss man ein paar Scheine rüber schieben, ansonsten wartet man oft vergeblich auf einen Termin.

Doch diese Alltagskorruption ist nur die eine Facette, eine andere nennt sich „Korruption a la Germania“. So sei nur darin erinnert, dass im Korruptionsfall Siemens Griechenland ein besonderes Schlachtfeld der Schmiergeldergeber war.

„Der Siemens-Schmiergeldskandal in Griechenland schlägt immer höhere Wellen: Die Staatsanwaltschaft hat jetzt einen internationalen Haftbefehl gegen den Ex-Siemens-Finanzchef in Griechenland, Christos Karavelas, erlassen“. (3)

Denn was wir Deutschen gerne von anderen fordern, wird bei uns noch lange nicht gemacht. Korruption ist bei uns etwas, was man im Bußgeldverfahren löst, auch so eine deutsche Besonderheit, denn damit umgeht man einer Strafe. Deutsche Richter haben eben eine ganz besondere Mentalität, die man als „Schweizer Clearingstellenfieber“ bezeichnen kann.

So hoch steht uns schon das Wasser.

„Das Amtsgericht München habe eines der beiden Strafverfahren gegen den früheren Landeschef von Siemens in Griechenland, Michael Christoforakos, gegen Zahlung von 350 000 Euro eingestellt“(3), so eine Meldung am 03.03.2010. Dabei hat Griechenland ein Auslieferungsverfahren gegen Michael Christoforakos gestellt, doch das interessiert uns Deutsche nicht.

„Die griechische Justiz hatte ihm Geldwäsche, Korruption und Betrug vorgeworfen. Nach monatelangem Tauziehen war seine Auslieferung schließlich im November vergangenen Jahres nach einer Gerichtsentscheidung vom Tisch“, (3) vom Tisch also nennt man so was. Was das heißt, erfährt man aber nicht, vom Tisch.

Doch nicht genug der Vorliebe für Schmiergelder bei deutschen Firmen wie Siemens, sondern wir haben auch ein Hang zur modernen Waffentechnik. Und um diesen Drang zum „Kriegshandwerk“ auszuleben, sind wir hier zu einem der drittgrößten Waffenlieferanten im globalen Dorf aufgestiegen.

Und wem haben wir das zu verdanken, natürlich, unsere griechischen Freunde von der Nato. Denen haben wir erstmal erklärt, wie wichtig es ist, dass man modernes Krieggerät braucht. Dann haben wir ihnen die Kredite gewährt, und erst dann mussten sie quasi aus „Bündnistreue“ heraus neue Waffen kaufen, und das natürlich bei uns. (4)

Schmiergeld

Und wenn dann die Griechen dick in der Kreide stehen, weil wir Deutschen unter den hervorragenden Ökonomen wie dem Bundespräsidenten und Professor für Ökonomie Köhler einfach den Lehrsatz der  „ausgeglichenen Außenhandelsbilanz“ aus dem ersten Semester für Volkswirtschaftslehre nicht verstanden haben, ja, dann, dann drohen wir.

Dabei scheint das Problem der Griechen zu sein, dass sie sich eben immer die falschen Freunde aussuchen. Das hat auch die EU erkannt und Deutschland aufgefordert, endlich mal was für eine ausgeglichene Handelsbilanz zu tun. Und dabei würden wir Bürger gar nicht schlecht fahren, denn die EU fordert, dass die Freizeitökonomen wie Merkel und Westerwelle, die SPD ist da mit Steinbrück und Co. auch an Bord, mal was für die „heimische Nachfrage“ tun sollen.

„Ausgelöst durch die Griechenland-Krise gerät Deutschland bei EU-Partnerländern wegen seines hohen Handelsüberschusses unter Druck. Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde forderte in einem Zeitungsinterview, Deutschland solle mehr für die Stärkung seiner heimischen Nachfrage tun. Der hohe Handelsüberschuss gefährde die Wettbewerbsfähigkeit anderer Euro-Länder“. (5)

Da könnte man doch auf die Ideen kommen, dass zwischen dem deutschen Rüstungswahn, die Griechen sind auf Platz 2 unserer Abnehmerliste für Killerwerkzeuge, die Dumpinglohnstrategie im eigenen Land, günstige Löhne gleich niedriger Arbeitskosten, gleich geringe Inlandsnachfrage und somit geringer Import, bei steigendem Export, besonders in der Wehr- und Killertechnik und den Schulden der Griechen u. a. ein Zusammenhang besteht.

Was wäre eigentlich, wenn Griechenland einfach 10 Jahre lang keine Waffen von den Deutschen mehr kaufen würde? Welche Auswirkungen hätte das auf ihre Schulden?

Und was wäre wenn die Griechen keine Geschäfte mit „Schmiergeldunternehmen in Deutschland machen würden“?

Und was wäre wenn Guido Westerwelle nicht immer nur so dubiose Beraterinnen wir Frau Professor Margarita Mathiopoulos mit auf seine Auslandsreisen nehmen würde? (6)

Möwenpick-Regierung

Übrigens, solche Zusammenhänge herzustellen nennt man auch Gesamtbetrachtung eines Problems, nur in Deutschland sollte man so was nicht machen, man kommt dann da auf so merkwürdige Zusammenhänge, und das kann unter Umständen gefährlich werden. Also, denken sie nicht so viel nach, sondern schalten sie wieder ein, wenn es heißt: Wir sind Exportweltmeister.

Sollten sie moralische Bedenken bekommen, weil wir zum Beispiel so Exportschlager wie U-Boote im Katalog haben, dann denken sie einfach an Bertolt Brecht und seine These: Zu erst kommt das Fressen und dann die Moral. Und wenn sie nicht genug Hartz IV-Kohle für das große Fressen haben, dann schalten sie doch unsere Kochsshows ein, dann sehen sie wenigstens, was das heißt, Fressen. Doch suchen sie bitte nicht die Moral, die haben wir nicht, denn wer kauft schon so was?

1) http://www.handelsblatt.com/politik/international/notfallplan-eu-finanzminister-wollen-griechenland-beistehen;2546560

2) http://www.handelsblatt.com/politik/international/staatsschulden-eu-feilt-an-plan-b-fuer-moegliche-griechenland-pleite;2521289

3) http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/898/470448/text/

4)

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/997388/Deutschland-verdoppelt-Waffenexporte?bc=nrt;nra#/beitrag/video/997388/Deutschland-verdoppelt-Waffenexporte

5) http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE62E07Y20100315

6) https://harrygambler2009.wordpress.com/2010/03/15/westerwelle-brasilien-un-der-schaden-fur-das-amt/

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