Das Hick-Hack um die Whistleblower oder Steuerhinterzieher CD`s

Seit Wochen tobt ein Glaubenskrieg der besonderen Art in unserem Land. Es geht um Datensätze von Steuerhinterziehern, die anstatt wie jeder Bürger in unserer Gesellschaft ihre Einkünfte ordentlich zu versteuern, sich das Bankgeheimnis der Schweiz zu Nutze gemacht haben.

Sie haben also Geld oder Einkünfte illegal in die Schweiz gebracht, dort auf ihr „Nummernkonto“ einbezahlt und uns dummen Bürgern die lange Nase gezeigt. Schätzungsweise hat so die deutsche Gesellschaft etwa an 432 Milliarden Euro ihren Steueranteil verloren. Und das wiegt besonders, wenn man bedenkt, dass unsere Staatsverschuldung bei 1 700 Milliarden Euro liegt.

Nun hat die Finanz- oder Wirtschaftskrise auch die Schweizer Banken hart getroffen. Es muss gespart werden und die Banken bauen auch dort Personal ab, wie immer erfahren die Betroffenen zu spät davon. Also haben sich viele Mitarbeiter gesagt, was kann ich für mich tun.

Und einige haben eine individuelle Antwort gefunden, die aber für sie persönlich sehr gefährlich ist. Sie haben einmal Einblick in Dateien, die Namen von deutschen und anderen Steuerhinterziehern beinhalten und sie können diese gefahrlos auf CD´s kopieren. Und dies CD´s werden nun zum Verkauf angeboten. Sicherlich nicht die heldenhaften Whistleblowers, die uns aus TV-Krimis bekannt sind, aber sie bleiben für uns Bürger Whistleblowers.

Der glaubt wirklich noch, alle seien vor dem Gesetz gleich.

Denn sie liefern uns wertvolle Daten, mit denen wir unsere „asozialen Zeitgenossen“ zwingen können, endlich ihre Steuern auf ihr gesamtes Einkommen zu bezahlen. Was also soll bitte am Kauf dieser CD´s falsch sein? Falsch war und ist doch das Steuersystem, das einigen erlaubt, ihr Geld über ein Jahr oder meist zwei zu behalten und dann gegen Vertrauen bei der Einkommenssteuererklärung aufzuführen oder eben auch nicht.

Dieses Privileg haben nur etwa 10 bis 20 % unserer Bürger, der Rest wird per Lohnsteuerkarte gleich und ohne zutun abgefertigt, und das Monat für Monat. Am Ende des Jahres oder besser gesagt im drauf folgenden Jahr kann man dann über den Einkommenssteuerjahresausgleich versuchen, seine wirkliche Steuerzahlung heraus zu finden.

Meistens haben wir alle zu viel bezahlt und bekommen noch etwas wieder. Schon hierin liegt die Ungerechtigkeit des Steuersystems, das viele diskriminiert und einige bevorzugt. Warum bekommen wir nicht alle unser Geld brutto ausbezahlt und am Ende des Jahres füllen wir unsere Einkommensbescheinigung aus und das Finanzamt errechnet dann nach nachvollziehbaren Grundlagen, wie viel Steuer wir bezahlen müssen. So etwas nennt man Gleichheit vor dem Gesetz.

Doch zurück zu unseren asozialen Mitbürgern, die ihre Steuerbescheide absichtlich und wissentlich falsch ausgefüllt haben und einen Teil ihrer Einkünfte illegal in die Schweiz geschafft haben. Diese Damen und Herren haben nun ein Problem, das der Whistleblower aus den Schweizer Banken.

Übrigens nennt man heute Whsitleblower auch ethnische Dissidenten*, was wohl der treffendere Ausdruck wäre. Also sind nun Schweizer Bankangestellte bereit und übernehmen die Rolle des Whistleblowers. Dabei ist ihnen klar, sie müssen anonym bleiben, geben für immer ihren Beruf auf und sind oft gezwungen das Land zu verlassen, wie alle Dissidenten auf der Welt. Das wird gerne bei uns unterschlagen.

Wo liegt denn noch mal die Schweiz?

Denn werden sie erwischt,  können sie sich ihr Kreuz machen, im wahrsten Sinne des Wortes. Also brauchen sie Geld und verlangen daher für die CD mit Namen der Steuerhinterzieher etwas. Meist ist die Summe unter 3 bis 3 % und liegt dennoch auf einem Niveau, das sich folgend errechnet. Monatslohn mal den Monten und Jahren die sie noch bis zur Rente arbeiten müssten, zusätzlich die Kosten für den Vermittler und eine Rendite, die etwa den Lohnerhöhungen entspricht, die dem Whistleblower ja nun entgeht.

Mit dem Geld, sollte der Deal klappen, könne sie sich eine neue Existenz aufbauen, und das oft im Ausland, was nur ihr gutes Recht ist.

Warum also werden diese CD`s nicht gekauft, wie im Fall Baden-Württemberg? In NRW kauft man sie, in Hessen prüft man und in Belgien und Holland kauft man bedingungslos, weil man dort die Steuergerechtigkeit als Maxime hat.(1)

Für mich ergibt sich hier ein Bild, das hinterfragt werden muss. Fürchtet man im Schwabenland die Wahrheit oder hat man gar vor ihr Angst, weil vielen Namen auch eine Parteizugehörigkeit haben und hinter diesen Namen Informationsträger stehen, die unangenehme Tatsachen ans Licht bringen könnten?

"Joe" weiß wie man kritische Bürger behandelt.

Wer sich wie die Jungfrau im Bordell anstellt, der sollte wissen, dass Banken ohne Moral mit Daten umgehen. Zur Erinnerung an unsere „politischen Jungfrauen“ die Spitzelaffäre bei der Deutschen Bank. Dort hat man einen kritischen Aktionär durch ein Detektivbüro ausgespäht, nur weil er sein Recht als Aktionär wahrnahm. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft gibt zu, dass vermutlich gegen den Datenschutz verstoßen worden ist.

„Ermittelt wird deswegen aber nur gegen die unmittelbar daran Beteiligten und deren Auftraggeber, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Damit rückt unter anderem die beauftragte Detektei ins Visier der Strafverfolger“. (2)

Chef der deutschen Bank ist übrigens „Joe“ Ackermann, ein Schweizer und Freund von Frau Merkel, der Staatsanwalt hat die Ermittlungen in dem Fall gegen ihn eingestellt. Da weiß man doch als „Whistleblower“ was einem droht. Und mit der Moral und der Fürsorgepflicht ist es bei den Banken wohl auch nicht so gut gestellt. Warum kauft man also nicht die Datensätze von Steuerhinterziehern.

Oder glaubt einer dieser „politischen Jungfrauen“, irgendeine Bank würde den Kauf von CD´S mit Namen von Whistleblower in ihrem Unternehmen ablehnen?

Ich jedenfalls bin stolz auf die Whitleblower aus der Schweiz, auch wenn das keine Helden a la John Wayne sind, doch besser wie Joe Ackermann sind sie auf jeden Fall und sie bringen uns Steuergelder und jeden Menge Informationen über die Asozialität unseres Steuersystems, bei dem man die Kleinen schröpft und die Großen hätschelt. Komisch, vor dem Gesetz sind laut GG alle gleich, nur nicht vor dem Einkommenssteuergesetz?

Was wollen uns da die „politischen Jungfrauen“ eigentlich verkaufen? Oder hat das nicht etwas mit ihren zahlreichen Nebenjobs zu tun? (3) Die berühmten Clearingstellen in der Schweiz von deutschen Unternehmen seien hier nur am Rande erwähnt.

*http://wir-antimobbingrundschau.blogspot.com/2009/04/spd-und-dielinken-schikanieren-whistle.html

http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/tag/vivantes/

1) http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE6220CF20100303

2) http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE5970AV20091008

3)https://harrygambler2009.wordpress.com/2010/03/02/die-abzockerliste-der-bundestagsabgeordneten/

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