Hat Katherine Evans über Facebook gemobbt?

Cybermobbingopfer Megan (13)

In den USA hat man aus den Fehlern im Umgang mit Cybermobbing gelernt. Spätestens nach dem tragischen Suizid der 13 jährigen Megan weiß man, was Mobbing anrichten kann.

So ist jetzt in den USA trotzdem ein Rechtsstreit ausgebrochen, der den Kampf gegen Cybermobbing erheblich erschweren könnte.

Hintergrund ist, dass 2007.. „die aus Florida stammende Katherine Evans von der Schule“ flog. (1)

Begründung: „Zwischen Schülerin und Lehrerin kam es mehrfach zu Streitigkeiten. Am Ende wurde der Schülerin vorgeworfen im Internet dem Ruf der Lehrerin geschadet zu haben, weshalb sie dann die Schule verlassen musste. Auf Facebook hatte sie die Gruppe «Sarah Phelps ist die schlimmste Lehrerin, die ich jemals hatte» gegründet. Die 19-Jährige lud ihre Freunde dazu ein, Kommentare zu hinterlassen“.(1)

Vor dem ersten Gericht erhielt jedoch die Schülerin recht, weil sie angeblich keine „Drohungen oder Beleidigungen“ veröffentlicht hatte.

Nun also wird einmal über die Relevanz des Urteils diskutiert, „mehr als ein Teilsieg war der Erfolg vor Gericht nicht“, so die Anwälte von Katherine Evans.

Auf der anderen Seite wird jetzt das ganze Rechtssystem der USA attackiert. „Das amerikanische Rechtssystem treibt ja häufig seltsamste Blüten. Jeder hat sicher schon von den millionenschweren Schadenersatzforderungen gehört, die wegen Dingen verhängt werden, die eigentlich der gesunde Menschenverstand regeln sollte“. (2)

Der Schreiber sollte mal eine Gerichtsverhandlung in Deutschland miterleben und was heißt hier, gesunder Menschenverstand. Wenn man die Schadensersatzreglungen in Deutschland ansieht, da kann einem nur schwarz vor Augen werden.

Sicherlich ist der Fall Katherne Evans ein Grenzfall, der das Gericht veranlasst sah zwischen dem Rechtsgut Meinungsfreiheit und Schutz der Persönlichkeit einer Lehrerin abzuwägen.

Entscheidend dabei war jedoch wohl die Tatsache, das Katherine Evans die Seite sehr schnell vom Netz nahm, was sie ja wohl deshalb tat, weil sie wohl auch den Schritt zu Cybermobbing erkannte und über das Feedback ihrer Mitschüler enttäuscht war

Sowohl Frau Evans äußerte sich nicht zu dem Urteil des Richters genauso wenig wie Herr Bayer oder ein anderer Beamte von der High School, da die Hauptverhandlung ja noch ansteht. (3)

Von Interesse dürfte auch sein, dass das Anliegen von Katherine Evans, andere Mitschüler zu finden, die sich über die „schlimme Lehrerin“ auszulassen oder Kommentare zu schreiben fehlschlug.  

Denn statt der erhofften negativen Äußerungen anderen Studenten/Schüler gegen die Lehrerin zu finden, verteidigten die meisten Sarah Phelps und griffen dagegen Katherine Evans selbst an. (4) Sicherlich auch ein Grund weshalb die Seite gelöscht worden ist.

Nach dem Teilurteil äußerten sich auch ein Mitschüler über das Vorgehen von Katherine, Cyberbullying und das Urteil:

Alexis Andres (19), einer  ehemaliger Schüler an der Schule von Frau Phelps, verteidigt auf einer Facebook-Seite  das Vorgehen der Schulleitung und sagte, dass  Evans eine angemessene Strafe erhalten habe. Seiner Meinung nach habe sie ihre Abneigung gegen die Lehrerein viel zu öffentlich gemacht und das sei wohl auch ein Hinwies darauf, dass Katherine durcheinander gewesen sei, was sie wohl heute bereut und auch zugibt. Handlung im Affekt nennt man so was.

Man darf letztendlich auf das Urteil des Gerichts gespannt sein. Cybermobbing wird uns weiterhin beschäftigen.

Dieser Fall ist ein Grenzfall und nicht die Regel, das sollte man bei der ganzen Diskussion nicht vergessen. Megan, 13 Jahre alt war kein Grenzfall, sie ist tot, Ursache Cybermobbing.

1) http://www.nachrichten.ch/detail/428422.htm

2)http://www.verbotswahn.de/wp/2010/02/schulverweis-wegen-facebook-eintrag-illegal/

3) http://www.nytimes.com/2010/02/16/education/16student.html

4) http://www.miamiherald.com/2010/02/15/1481980/judge-students-facebook-rants.html

5)http://www.guardian.co.uk/technology/2008/dec/10/facebook-usa-florida-suspension-cyberbullying

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