Archive for März 2010

Der Maultaschenkündigungsfall vor dem LAG

März 30, 2010

Mit Kanonen auf Spatzen schießen. 😉

Gekündigt wird heute wegen allem, entscheidend ist nur, es muss um Nichtigkeiten wie 10 Cent Handykosten pro Monat(1) oder um zwei Pfandmarken für Leergut wie im Fall „Emmely“ sich drehen.

Da laufen deutsche Arbeitsrichter zur Höchstform auf, wenn die das Böse vor Augen den Feind so fort erkennen, ja, die muss man „rausschmeißen“. Und wenn dann noch von Mobbing die Rede ist, ja dann, dann ist das eine unbestimmter Rechtsbegriff.

Gut, nun muss man ehrlich sein, unter Richtern wird wahrscheinlich mehr gemobbt als sonst wo, nicht umsonst haben unsere Nachbarn in Österreich auch für Richter ein Mobbing-Verbot beschlossen.

Doch heute, heute geht es um die gute alte Maultasche, eine Lieblingsspeise der Schwaben zu Ostern, gerade am Karfreitag wurden in der guten alten Zeit Millionen davon verspeist.

Heute ist die Maultasche nicht mehr liebevoll von Hand gemacht und man kriegt sie immer und überall über das Jahr verteilt.

Und das wurde einer Altenpflegerin zum Verhängnis, denn aus Zeitknappheit und weil am nächsten Tag ein Workshoptermin anstand, hat sie aus den „Essensresten“ einer Bewohnerin sich wahrscheinlich bis zu sechs der berühmten Maultaschen eingepackt und mit nach Hause genommen.

Das war ein großer Fehler, ein Fehler nach 17 Jahre Betriebszugehörigkeit, der zur Kündigung führte. Sofort hat der Arbeitsrichter vor dem Arbeitsgericht die schwere des Vergehens erkannt und der Kündigung zugestimmt.

Nun also heute der Berufungstermin oder die erneute Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, das „will heute (Dienstag) in Freiburg in zweiter Instanz über die fristlose Kündigung der Frau (erneut) entscheiden (Az.: 9 Sa 75/09)“. (2)   

Das Urteil, insbesondere die Begründung wird von uns allen heiß und sehnsüchtig erwartet.  Man darf sich aber auch fragen, warum werden eigentlich bei den Arbeitsgerichten keine Taschenkontrollen bei Richtern durchgeführt, wenn sie mal  wieder auch Hause gehen.

Auch eine Büroklammer ist Eigentum der Gesellschaft, und wer sie ohne Antrag und Genehmigung so einfach mit nach Hause nimmt, den sollte man hart bestrafen, oder? Diebstahl ist doch Diebstahl, oder verstehe ich die Maultaschenorgie etwa falsch?

1) http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/03/28/lufthansa-tochter-startet-kundigungswelle/

2) http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE62T03220100330

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Ostergruß

März 26, 2010

Frohe Ostern                         Καλό Πάσχα                           Happy Easter

Joyeuses Pâques                     חג פסחא שמח                            Vrolijk Pasen

¡Felices Pascuas                     عید پاک مبارک                      Хрыстос уваскрэс

 

Mobbingerlebnis

Mobbing kostet 40 Mitarbeitern das Leben.

März 25, 2010

Entlassene Arbeiter

Man mag es Mobbing nennen, schlechtes Arbeitsklima, Umgang mit den Mitarbeitern oder „Bosse treiben Angestellte in den Tod“ (1), Fakt ist, auch dieses Jahr haben sich 9 Mitarbeiter der France Tèlèkom das Leben genommen. Seit dem so genannten Umstrukturierungsprogramm in dem Unternehmen zu einer Aktiengesellschaft haben sich 40 Mitarbeitern das Leben genommen.

Gewerkschaftler klagen seit Jahren über Mobbing gegenüber Mitarbeitern, nun endlich ermittelt der Staatsanwalt gegen die Manager des Unternehmens. Auslöser dafür ist ein nun vorliegender Untersuchungsbericht, der aufklären sollte, warum sich 32 Mitarbeiter in zwei Jahren (2008 und 2009) das Leben genommen haben.

Bei France Tèlèkom wurde in den letzten Jahren 22 000 Arbeitsplätze gestrichen, sie dürften der Hintergrund für die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen sein.

„Ein kürzlich veröffentlichter Untersuchungsbericht erhebt schwere Vorwürfe gegen die mittlerweile abgelöste Konzernspitze. Darin ist unter anderem von Mobbing-Methoden die Rede. Auf Warnungen von Gewerkschaften, Betriebsärzten und Krankenkassen sei völlig unzureichend reagiert worden“.(2)

Der Untersuchungsbericht wurde vom französischen Gewerbeaufsichtsamt erarbeitet. Das Resümee dieses Berichtes ist erschütternd und lautet, die Konzernführung habe  eine ernsthafte Gefährdung der Mitarbeiter in Kauf genommen und dabei Mobbingmethoden angewendet, so der Vorwurf des Berichts der Gewerbeaufsicht. „Ausdrücklich verweisen die Arbeitsinspektoren auf die Politik des Konzernumbaus und des Managements seit 2006. Die Konzernspitze sei so manches Mal auf die Folgen ihrer Unternehmenspolitik für die Gesundheit der Mitarbeiter hingewiesen worden“.(3)

Mobbingerlebnis

Unglaublich, wenn man bedenkt, dass in Folge der Mobbing-Methoden sich 40 Mitarbeiter das Leben genommen haben, weil das „Arbeitsklima“ schockierende Ausmaße angenommen hat. In einem Fall hat ein Suzidopfer einen Abschiedsbrief hinterlassen, was nun den Staatsanwalt endlich bewogen hat, „wegen fahrlässiger Tötung (zu ermitteln), teilte“ er „ am Mittwoch“, den 17.03.2010 „in Besançon mit“.(4)

Sowohl gegen Unternehmen als auch den Chef der Niederlassung wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt und das Konzerngeschäft wird nun von Stèphane Richard, einem ehemaligen Büroleiter des derzeitigen Finanzministers  seit dem 1. März geleitet, Dcoh wie immer geht man mit den Tätern sanft um, so bleibt Didier Lombard, der Hauptverantwortliche für den Konzernumbau Chef des Verwaltungsrates.(5)

Zumindest im Umgang mit den Selbstmorden hat Lombard Fehler eingeräumt, was jedoch vor Ort zu keiner Beruhigung der Lage geführt hat. So kann man nun im Fall eines  Abschiedsbriefes des 28-jährige Nicolas Grenoville die Gründe für seinen Suizid nachweisen.

Nicolas wurde gegen seinen Willen auf einen schlechteren Posten im Kundendienst versetzt. Er erhielt über 7 Monate dort keine Einarbeitung oder Schulung musste aber eine bestimmte Erfolgsquote erfüllen. Irgendwann wollte man ihm dann eine Fortbildung gewähren, für den jungen Techniker zu spät, in der Nacht vom 10. auf den 11. August 2009 nahm sich Nicolas Zuhause das Leben.

Mobbing war für ihn letztendlich genauso zu viel wie für seine 39 Kolleginnen und Kollegen, die sich ebenfalls das Leben genommen haben. Eine Bilanz, die zeigt, wohin Erfolgsgier von Managern führen kann.

Man kann nur hoffen, dass der Staatsanwalt seiner Verantwortung gerecht wird und in einem Strafprozess endlich über die Arbeitsbedingungen bei France Tèlèkom gesprochen und geurteilt wird. Der Abschiedsbrief von Nicolas Grenoville wird hoffentlich das Leben vieler seiner Kolleginnen und Kollegen in ähnlicher Situation retten können und somit das wichtigste Zeugnis sein, das uns von dem Schicksal der 40 Toten bei France Tèlèkom bleiben wird.

1)http://www.20min.ch/news/ausland/story/Bericht–Bosse-trieben-Angestellte-in-den-Tod-13715309

2)http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/selbstmordserie-justiz-prueft-rolle-der-france-telecom;2547900

3)http://www.zeitong.de/ng/da/2010/03/13/behoerden-werfen-france-telecom-mitarbeitergefaehrdung-und-mobbing-vor/

4)http://www.ftd.de/it-medien/:nach-selbstmordserie-ermittlungen-gegen-france-telecom/50089945.html

5)http://www.welt.de/wirtschaft/article6894578/Ermittlungen-gegen-Chefs-nach-Selbstmord-Serie.html

http://www.20min.ch/news/ausland/story/Bericht–Bosse-trieben-Angestellte-in-den-Tod-13715309

Das Opfer und der Petitionsausschuss des Bundestages

März 25, 2010

Der da drüben hat eine Petition eingereicht!

Norbert Denef , als „Kind jahrelang von einem katholischen Pfarrer und einem weiteren Kirchenmitarbeiter sexuell missbraucht“ hat vermutlich als erster den Fall zum Rollen gebracht.(1)

Obwohl die Kirche ihn mit einer  finanziellen Entschädigung zum Schweigen bringen wollte, damit eben nicht alle Opfer sich melden, hat er sich tapfer „gegen die Verpflichtung, dass er nicht öffentlich über das Geschehene sprechen sollte“ verstoßen und anderen Opfern Mut gemacht.(1)

Seit Wochen nun sind die Nachrichten und Zeitungen voll mit Meldungen über Opfer, die über ihre schrecklichen Erfahrungen als Kinder in der Obhut der Kirche berichten, leider nicht nur in der katholischen.

Im Laufe der öffentlichen Diskussion sahen sich dann endlich auch Politiker gezwungen zu den Vorgängen Stellung zu beziehen. Die Justizministerin, Frau Sa­bi­ne Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger, sagte unter dem Druck einer geschockten Öffentlichkeit ihre Hilfe zu, nur welche, darüber ließ sie sich nicht aus.

Frau Merkel versuchte auch so was wie eine Stellungnahme und hoffte, es betreffe nur die katholische Kirche. Sie hat daher nur den Papst zaghaft aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben, jedoch nicht die evangelische Kirche.

„… Auch in der evangelischen Kirche gibt es sexuelle Übergriffe. Im jüngsten Fall wird einem Kantor und Gemeindepädagogen im schleswig-holsteinischen Geesthacht vorgeworfen, ein 14-jähriges Mädchen unsittlich berührt zu haben. Die Kriminalpolizei ermittelt. Mittlerweile hat sich ein zweites mögliches Opfer gemeldet“. (2)

Zu den Vorgängen in den evangelischen Gemeinden schwieg und schweigt sie bis heute. Papa Kasner hat ihr wohl geraten, denn die evangelische Kirche war auch in der DDR stark vertreten. Und wer weiß, oft fallen einem die selber gebrannten Ziegel auf den Fuß. Also Ruhe halten und Anpassen, war die Losung aus dem Hause Kasner/Merkel, vermute ich mal. Schließlich hatte der rote Kasner in der DDR eine Sonderstellung mit seinem elitären Zirkel.

Auch der Bundespräsident, Experte für den Spritpreis und Schweiger zu unangenehmen Vorgängen, hat sich bisher nicht eindeutig zu den Vorgängen geäußert, obwohl er doch die Kirche so gerne als Hort der Moral gepriesen hat.

Seltsam, dass sich ein Bundespräsident nicht auf die Seiten der Opfer stellt, da waren Herzog, Weizsäcker, Rau, Heinemann und so weiter von anderem Schrott und Korn. Horst Köhler, der ungekrönte Partypräsident hat das Schweigen schon im Falle der Hartz IV-Kinder ohne Kindergeld(3), den spät dekadenten Auftritt von Westerwelle, dem Urteil zum Kündigungsschutz(4)   und den Korruptionsfällen um Siemens, Daimler und Kölner U-Bahnbau zum politischen Geschäft erhoben.

Doch dass kein einziges Wort zu den Missbrauchfällen von ihm zu hören war, das ist schon schockierend. Auch seine mangelnde Unterstützung im Kampf des Norbert Denef, der ja nun jedem in Deutschland bekannt sein dürfte, schockt.

Insbesondere wenn man weiß, dass das Opfer von sexuellem Missbrauch im Kindesalter eine eigene Homepage betreibt, auf die kein Wort der Unterstützung weder vom Bundespräsidenten noch von Merkel zu finden ist. Eine Internetseite, die das Problem  „sexualisierte Gewalt auf das gesamte Leben eines Opfers“ in den Mittelpunkt stellt und für hundert tausende Opfer in diesem Lande eine Anlaufstelle darstellt.(5)

Doch die Krönung des Ganzen dürfte wohl der Umgang des Petitionsausschusses des Bundestages in dieser Demokratie mit der Petition von Norbert Denef darstellen. (6)

Mit 40 Jahren begannen für Norbert Denef seelische Qualen von unvorstellbarem Ausmaß, die aber nachdrücklich zeigen , wie lange Opfer leiden müssen, an dem, was ihnen die Täter zu gefügt haben.

„Er musste sich mehrmals in vollstationäre Behandlung begeben, z.B. in das Krankenhaus Lahnhöhe vom 29.05.1990.-03.07.1990, 29.12.1995-25.01.1996, 23.02.2000.-08.03.2000. Diverse Medikations-versuche und mehrfache Psychotherapien blieben ohne andauernden Erfolg. In der Zeit vom 22.03.2004 bis zum 07.04.2004 befand er sich in der Klinik für psychotherapeutische und psychosomatische Medizin in Bielefeld. Aus dem Entlassungsbericht vom 28.04.2004 ergibt sich, dass eine chronisch komplexe posttraumatische Belastungsstörung (F 43.1) diagnostiziert wurde,..“(6)

Mich würde mal interessieren, wer diese Petition in dem von einem Ex-SED-Mitglied geführten Petitionsausschuss bearbeitet hat, welche Mitarbeiter des legendären „Petitionsausschussdienstes“ daran mitgewirkt haben?

Fakt ist, dass laut  Artikel 17 des GG, „jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden“. Und dass nach Artikel 35, Satz 1 unseres GG „alle Behörden des Bundes und der Länder leisten sich gegenseitig Rechts- und Amtshilfe“.

Nur eben nicht der Petitionsausschuss unter Leitung von Frau Kersten Steinke, ehemals Kersten Naumann. Hier vertritt man die Auffassung, dass insbesondere Mitarbeiter des Petitionsausschussdienstes ihnen bekannt gewordene Straftaten nicht anzeigen müssen.

Es ist daher nur zu unterstützen, dass sich Norbert Denef mit einer Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof gewandt hat.(1)

Im Übrigen kann jeder noch diese Beschwerde/Petition mit unterzeichnen. http://norbert.denef.com/petition/ Was hält sie noch zurück?

1) http://www.onlinezeitung24.de/article/2807

2)http://www.evangelisch.de/themen/religion/sexualisierte-gewalt-kirche-laesst-opfer-nicht-allein12678

3) https://harrygambler2009.wordpress.com/2010/01/29/die-neue-kinderfeindlichkeit-der-ministerin-ursula-von-der-leyen/

4)https://harrygambler2009.wordpress.com/2010/01/30/das-eu-urteil-zum-kundigungschutz-fur-junge-arbeitnehmer/

5) http://norbert.denef.com/

6)http://norbert.denef.com/Beschwerde_12805_09.pdf Seite 3

Daimler suspected of corruption.

März 24, 2010

Goo a la Daimler? 😉

Well, not all countries and citizens in the global village are as naive as we Germans. And just in the U.S. has in recent years learned a lot in order to defend himself against corruption, including by foreign firms. Thus, a special Exchange Commission, SEC called securities are excluded from trading on Wall Street.

The SEC was in the case of Siemens for the first time in Germany, active, just as our government has every now and understood nothing, why? Lobbying is as common as brushing on the teeth.

Now known from the U.S. that Daimler „about a decade from 1998 to 2008 failed in at least 22 countries have laws against“. „The Ministry of Justice Daimler blamedIn respect of transactions Russia, Turkey, Egypt, and China is the usual practice of bribes to foreign public officials have been „(1).

Current practice? Do we know from the cases of Siemens and Mannesmann, and you wonder again, why are such cases not by German authorities in the light of day?

Daimler will not comment on the allegations because the 01.04.2010 in Washington pending a trial of the Swabian automaker. Also you can from DoJ expect from the same reason, no explanations.

Who believes in us, there is no corruption. 😉

The German government and the federal government prosecutor silent.

It is known since 2005 that the balance sheet of Daimler something is wrong. „Already in the Annual Report for the year 2005, Daimler / Chrysler over Reductions in profit in tens of millions reported that may result from lubricant and bribes „. (1)

And even the company admits that „in a number of countries improper payments made. (1)

„This Payments – Especially in Africa, Asia and Eastern Europe – could the Anti-corruption rules several countries, including his offense in the U.S. and in Germany, admitted the group „. (1)

And then you wonder again why we in Germany have no anti-corruption ombudsman, who is authorized to issue instructions to the investigating authorities? (2)

1) http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE62N00N20100324

http://suche.aol.de/aol/search?s_it=aolde-hotsearches-news&q=Daimler% 2dKorruption & rp = lang_en

2) https://harrygambler2009.wordpress.com/2010/03/24/erster-ombudsmann-gegen-korruption-in-deutschland/

Daimler unter Korruptionsverdacht.

März 24, 2010

Schmiere a la Daimler? 😉

Nun sind nicht alle Länder und Bürger im globalen Dorf so blauäugig wie wir Deutschen. Und gerade in den USA hat man in den letzten Jahren sehr viel gelernt, um sich gegen Korruption, auch von ausländischen Firmen zu wehren. So können über eine spezielle Börsenaufsicht, SEC genannt, Wertpapiere vom Handel an der Wall Street ausgeschlossen werden.

Die SEC wurde im Fall von Siemens zum ersten Mal in Deutschland aktiv, nur unsere Regierung hat wie immer mal nichts begriffen, warum auch? Lobbyismus ist bei so alltäglich wie das Zähne putzen.

Nun wird aus den USA bekannt, dass Daimler „über ein Jahrzehnt hinweg zwischen 1998 und 2008 in mindestens 22 Ländern gegen Gesetze verstoßen“ hat. „Das Justizministerium beschuldigt Daimler, bei Geschäften in Russland, der Türkei, in Ägypten und China sei die Bestechung ausländischer Amtsträger übliche Praxis gewesen“.(1)

Übliche Praxis? Kennen wir aus den Fällen von Siemens und Mannesmann, und man fragt sich immer wieder, warum kommen solche Fälle nicht durch deutsche Behörden ans Tageslicht?

Der da glaubt, bei uns gibt es keine Korruption!

Daimler will sich nicht zu den Vorwürfen äußern, da am 01.04.2010 in Washington ein Prozess gegen den schwäbischen Autohersteller ansteht. Ebenfalls kann man vom Justizministerium der USA aus selbem Grund keine Erklärungen erwarten.

Die deutsche Regierung wie die Bundsstaatsanwaltschaft schweigen dazu.

Dabei weiß man schon seit 2005, dass in der Bilanz von Daimler etwas nicht stimmt. „Bereits im Geschäftsbericht für das Jahr 2005 hatte Daimler/Chrysler über Gewinnminderungen in zweistelliger Millionenhöhe berichtet, die auf Schmier- und Bestechungsgelder zurückgehen könnten“. (1)

Und selbst der Konzern gesteht ein, dass „in einer Reihe von Ländern unsachgemäße Zahlungen erfolgten“. (1)

„Diese Zahlungen – vor allem in Afrika, Asien und Osteuropa – könnten nach den Anti-Korruptions-Vorschriften mehrerer Länder, darunter in den USA und in Deutschland, strafbar sein, räumte der Konzern ein“. (1)

Und dann fragt man sich wieder, warum haben wir in Deutschland keinen Ombudsmann gegen Korruption, der gegenüber den Ermittlungsbehörden weisungsbefugt ist? (2)

1) http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE62N00N20100324

http://suche.aol.de/aol/search?s_it=aolde-hotsearches-news&q=Daimler%2dKorruption&rp=lang_de

2) https://harrygambler2009.wordpress.com/2010/03/24/erster-ombudsmann-gegen-korruption-in-deutschland/

Erster Ombudsmann gegen Korruption in Deutschland

März 24, 2010

Der Ombudsmann

Die einen verzetteln sich in Ossi und Wessi Spielchen, die anderen machen Politik mit Nägel und Köpfen. In Chemnitz, ehemals Karl-Marx-Stadt hat die  Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig von der SPD auf die jährlich rund „ein Dutzend Hinweise“ auf „Bestechlichkeit oder Vorteilsnahme“ reagiert und einen Ombudsmann* eingesetzt.(1)

Das Modell des Ombudsmannes kommt aus dem hohen Norden und hat in Skandinavien zum Erfolg gegen Korruption, Steuerhinterziehung und Mobbing geführt. Der Ombudsmann steht Weisungs befugt meist über den Staatsanwaltschaften und kann wegen seiner Nichtzugehörigkeiten oft „Streitfälle in verschiedensten Bereichen … ohne großen bürokratischen Aufwand .. schlichten“.*

In Chemnitz wurde durch den Stadtrat zum 01.04.2010 „Rechtsanwalt Andreas Böhme“ zum Ombudsmann gegen Korruption bestellt. Man kann Chemnitz zu dieser klugen und weisen Entscheidung nur gratulieren.

Gegen Korruption

Und für uns alle heißt das, warum hat kein Länderparlament oder gar die Bundesregierung einen Ombudsmann gegen Korruption, Mobbing und Einhaltung des AGG bestimmt? Eine Diskussion über die Rolle des Ombudsmann und seiner Aufgaben ist eigentlich schon längst überfällig und sollte nicht nur in Deutschland diskutiert werden, sondern möglichst auf EU-Ebene, damit alle EU-Bürger den gleichen Schutz vor Korruption, Mobbing und Diskriminierung haben.

Nur bitte, was machen eigentlich die Abgeordneten des Bundestages und des EU-Parlements den lieben langen Tag? Solche Aufgabenregelungen und einheitliche Strategien gegen Korruption, Bestechung, Bevorzugung und Mobbing gehört doch wohl zu einer Grundaufgaben des modernen, demokratischen Parlamentarismus. Das Vorlesen von Stellungnahmen, abgefasst durch Ghostwriter bestimmt nicht, das können auch Hartz IV-Empfänger übernehmen.

1http://www.bild.de/BILD/regional/leipzig/dpa/2010/03/11/chemnitz-bestellt-ombudsmann-gegen-korruption.html)

Anhang*:

„In seiner Funktion ermöglicht der Ombudsmann, Streitfälle in verschiedensten Bereichen und ohne großen bürokratischen Aufwand zu schlichten.

Dies geschieht durch:

  • eine unabhängige Betrachtung des Streitfalles,
  • Abwägung der von beiden Seiten vorgebrachten Argumente,
  • Vergleich von Schaden, Aufwand und Kostenfaktoren,
  • Erreichen einer zufriedenstellenden Lösung,
  • oder Aussprechen einer empfohlenen Lösung für den entsprechenden Fall.

Immer mehr Organisationen und Institutionen (bis hin zur UN) richten eine Stelle für einen Ombudsmann ein oder beschäftigen ganze Stäbe von Ombudsleuten. Zunehmend fallen auch Compliance Officers unter den Begriff, die mehr als etwa interne Revision jene Compliance durchsetzen, die etwa (vorbeugend) Korruptionen verhindern soll“.

*http://de.wikipedia.org/wiki/Ombudsmann

Bestechlichkeitsskandal von Ex-Ministern erschüttert die Labour-Partei und England.

März 24, 2010

Zwei politische Taxis beim Geldtausch.

Oft ist es gar nicht so schwer, Politiker beim „Geschäft der Bestechlichkeit“ zu ertappen. Der Fall der drei ehemaligen Labour-Minister und ihre Bereitschaft, man könne sie kaufen und damit Einfluss auf die Gesetzgebung ausüben, liest sich wie die „Geschichte vom Hauptmann zu Köpenick“ von Carl Zuckmayer.(1)

Der Film zu dem Drama, „Labour-Partei am Ende“ oder „Wie blöd bin ich als Politiker eigentlich“, könnte von Charlie Chaplin sein.

Doch es geht auch einfacher, man nehme als Reporter eine versteckte Kamera und mache sich als Mitglied einer amerikanischen Lobbyistenvereinigung auf zum Gespräch mit Ex-Ministern und Abgeordneten. Und dann rede man gleich Tacheles, also um was es geht. Um Einfluss auf die Gesetzgebung gegen Kohle, Bakschisch oder Geld.(2)

Und schon hat man eine tolle Story, klasse Videoclips und Politiker die „dümmer als die Nacht sind“, um es mal mit den Worten des Volksmundes auszudrücken.

Wer sagt heute noch nein?

„Stephen Byers, einst Transportminister und enger Freund des ehemaligen Premierministers Tony Blair, sowie Ex-Verteidigungsminister Geoff Hoon rühmten sich ihrer Kontakte besonders. Drei- bis fünftausend Pfund pro Tag, das wären so meine Gebühren, flocht Byers ein, um sich selber so zu charakterisieren: Ich nehme an, ich bin im Moment so eine Art von Taxi, das man sich herbeiwinkt“. (2)

Was soll man dazu noch sagen, außer vielleicht noch der Idee, dass in Zukunft „korrupte Abgeordnete ein „Taxizeichen“ auf dem Kopf tragen sollten. Wenn das Taxischild leuchtet, ist der Politiker noch zu kaufen oder leasen.

1) http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptmann_von_K%C3%B6penick

2) http://www.welt.de/politik/ausland/article6898967/Abgeordnete-bruesteten-sich-mit-ihrer-Kaeuflichkeit.html

Nur am Rande erwähnt, Korruption im Fußball.

März 24, 2010

Hauptsache die Stimmung ist gut.

Einen guten Überblick über den Stand der Korruption im geliebten Fußball gibt der Artikel von Christian Eichler in der FAZ.net. Gerade zur WM in Südafrika sollte man sich nochmals sachkundig machen, bevor dann wieder alle im Fußballfieber sich um den Hals fallen.

Eichler erfasst in seinem Artikel den gesamten Bereich Fußball in Europa, vom Präsidenten eines Sportclubs bis zum Schiedsrichter, von der ersten Liga bis zur untersten Klasse der Fußballhelden, Korruption wuchert und gedeiht an allen Ecken, doch die Stimmung ist gut.

„In dieser Woche wurde ein Drahtzieher von Korruption im Fußball verurteilt: zu einer Strafe von 900 Kilo Äpfeln. In von der Polizei mitgehörten Telefongesprächen hatte Hornik verschlüsselte Wörter verwendet – zum Beispiel „ein Kilo Äpfel“ für tausend Kronen“. (1)

Ah, Joe ist ganz vorne, mein geliebter Joe.

Wenigsten hat sich der frühere „Präsident des tschechischen Erstligaklubs Viktoria Zizkov“ (1) noch die Mühe um eine codierte Sprache gemacht. In anderen Bereichen ist man da nicht so zimperlich, da wird gleich über die Kohle oder das Geld gesprochen.

„Der wohl größte Fußballskandal Europas, … , ist die Goldene Pfeife in Portugal. Im letzten Jahr wurde Anklage gegen 171 Personen erhoben, darunter 110 Schiedsrichter, zwei Bürgermeister und der Liga-Präsident. Als der Skandal vor der Europameisterschaft 2004 aufkam, befürchteten viele eine Beeinträchtigung der Stimmung im Ausrichterland. Doch die EM-Laune blieb glänzend“. (1)

Glänzend bleibt auch die Stimmung bei den Banken, Politikern, Richtern, Journalisten wenn es um die Hitparade der Korruption geht, Fußball ist da zur Zeit nicht auf Platz 1, sondern wie schon so oft gehört, unsere Managern der Geldinstitute, auch Banken genannt. Manche sprechen auch über Joe Ackermann, als würde der mit Franz Beckenbauer und Angela Merkel um den Titel der „Goldenen Pfeife“ spielen. Hauptsache die Stimmung ist gut und die Party geht weiter. 

Und aus deutscher Sicht könnten wir mit Uta Felgner und ihrem Traumberuf „IM Schmidt“ auch noch was dazu beitragen, damit die Stimmung gut bleibt. (3) 

1) http://www.faz.net/s/Rub47986C2FBFBD461B8A2C1EC681AD639D/Doc~E4A483F122AC14154BC81B01C7FF17029~ATpl~Ecommon~Scontent.html

2)https://harrygambler2009.wordpress.com/2009/11/25/top-agentin-der-stasi-managete-wm-elf-und-den-vw-skandal/

3)https://harrygambler2009.wordpress.com/2009/11/25/top-agentin-der-stasi-managete-wm-elf-und-den-vw-skandal/

Der TV-Tipp: „Klüngel, Korruption und Vetternwirtschaft“

März 23, 2010

Die Gier nach mehr

Wer sich näher mit der Lage in Deutschland zum Thema Korruption beschäftigen will, der sollte diese Sendung nicht verpassen.

Der Untertitel ist wohl noch treffender:  „Wie bestechlich ist Deutschland?“

Sonntag, 28. März 2010, 11.00-12.25 Uhr WDR Fernsehen, bitte Sommerzeit beachten.

http://www.wdr.de/tv/westart/sonntag/sendungsbeitraege/2010/0328/topthema.jsp?versenden=1