Schnüffelt die Stasi wieder?

Aus der Stasiwaschanlage Brandenburg wissen wir, dass bei Beschäftigten des öffentlichen Dienstes keine Regelanfragen wegen einer Tätigkeit für das MfS (Stasi) erfolgt ist. Von daher wurde das Land Brandenburg zu einem Paradies für Mitarbeiter der Stasi.

Und es ist auch bekannt, dass tausende von ehemaligen Stasischnüfflern trotz ihrer Tätigkeit für die Firma von Erich Mielke der Weg in den öffentlichen Dienst übernommen worden sind.

Heute heißt das, dass im Rahmen der „Erhebungsunterlagen zur diesjährigen Haushaltsbefragung (Mikrozensus) wieder hunderte von ehemaligen Stasischnüfflern unterwegs sein dürften, um uns Bürger auszuhorchen.

Es ist gerade für die Befragung von uns Stasiopfern und  Westberliner eine Zumutung, dass Mitarbeiter aus dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg aus Potsdam unterwegs sind  und die Beschnüffelungsbogen verteilen oder so gar ausfüllen dürfen.

Auffällig an dem staatlichen Beschnüffelungsbogen ist, dass sehr viel zu den „blue night jobs“, also der möglichen Schwarzarbeite gestellt werden und die Anzahl der in HH (haushalten) lebenden Personen. Fragen die sich in immer wiederkehrenden und umgestellter Form wiederholen.

Ich denke, wenn die Bundesrepublik im Jahr 2010 nicht in der Lage ist, eine Haushaltsbefragung ohne die Garantie geben zu können, dass wir nicht von Ex-Stasileuten wiederum beschnüffelt werden, ist dies eine Bankrotterklärung des Rechtstaates im Sinne einer funktionierenden Demokratie. Armes Deutschland.

1)  http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/

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3 Antworten to “Schnüffelt die Stasi wieder?”

  1. Ernst Says:

    Nein, ich kann Sie beruhigen.
    Der Mikrozensus ist die amtliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt, an der 1 % aller Haushalte in Deutschland und in allen EU-Ländern beteiligt sind (laufende Haushaltsstichprobe). Es gibt ihn in Deutschland seit 1957.
    Der Mikrozensus dient der Bereitstellung statistischer Informationen über die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung sowie über die Erwerbstätigkeit, den Arbeitsmarkt und die Ausbildung (Mehrzweckstichprobe). Er schreibt die Ergebnisse der Volkszählung fort. Darüber hinaus dient er der Rationalisierung anderer amtlicher Statistiken, wie z.B. der Einkommens und Verbrauchsstichprobe. Die Stichprobenerhebung über Arbeitskräfte in der Europäischen Union (Arbeitskräftestichprobe der EU) ist in den Mikrozensus integriert.
    Die Mikrozensusergebnisse sind eine unverzichtbare Informationsquelle für Parlament, Regierung, Verwaltung, Wissenschaft und Öffentlichkeit in Bund und Ländern. Sie gehen ein in Regierungsberichte, in das Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, bilden die Grundlage für die laufende Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, den jährlichen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung und vieles andere mehr. Die Ergebnisse der Arbeitskräftestichprobe der EU werden unter anderem herangezogen für die Verteilung der Mittel aus dem EU-Regional- und Sozialfonds.

    Wenn man Sie wirklich ausforschen wollte (wer???), gäb’s doch sicherlich geschicktere Methoden, als Ihnen einen Erhebungsbeauftragten bzw. einen Fragebogen des Statistischen Landesamtes ins Haus zu schicken, oder?
    Also besser erst mal ein bisschen informieren – im Internet gibt’s dazu täglich jede Menge!

    • harrygambler2009 Says:

      Werter Herr Ernst,
      es geht hier nicht um die Frage „Ausforschen“. Natürlich gibt es heute schon bessere Wege zum „Ausschnüffeln“ der Bürger, und teilweise werden sie auch angewandt, siehe Telekom.
      Die Frage die sich stellt, warum werden für solche Arbeiten wie die im „Mikrozensus“ ehemalige Stasispitzel beschäftigt, während tausende von Opfer der Mielke-Brothers wegen den Spätfolgen ihrer Behandlung durch die Stasi von Hartz IV dahion vegetieren müssen.
      Der Mikrozensus ist an für sich Unfug, den er bringt nur das zum Vorschein, was Bürger sagen wollen und nicht was ist.
      Steuerhinterziehung, BlueNight-Job (Schwarzarbeit auch genannt) Drogengelder erfasst er zum Beispiel nicht.
      Harry Gambler

  2. Ernst Says:

    Woher haben Sie denn diese Erkenntnisse, dass „der Mikrozensus tausende ehemalige Stasispitzel“ beschäftigt?
    Die Erhebungsbeauftragten sind in der Regel ehrenamtlich tätig.
    Natürlich ist der MZ kein Unfug, denn die allermeisten Auskünfte sind durchaus glaubwürdig und plausibel. Kennen Sie denn bessere Datenquellen für die statistische Ermittlung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bevölkerung?
    Natürlich kann man illegale Einkünfte oder Schwarzarbeit auch dadurch nicht ermitteln, aber ist das auch gar nicht die Zielsetzung einer Bevölkerungsstatistik.

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