Haben wir Winnenden schon vergessen?

Komasäufer.

Komasäufer.

Viele erinnern sich noch mit Schrecken an die Stunden, als bekannt wurde, dass der junge Tim K. 15 Menschen und sich dann selber hinrichtete. Amokläufer nennen wir das, die Polizei und Psychologen auch. Doch was bleibt und war, das wird nie analysiert oder aufgearbeitet.

Die Medien ziehen zu neuen Shows mir Tod, Sex und Crime, wie es so schön auf Englisch heißt, und viele Bürger reagieren nur noch mit Gleichgültigkeit auf solche Scheckensmeldungen. Der Mensch, so die These, sein ein Gewohnheitstier, man beachte das zweite Hauptwort.

riot_just_do_it, eine andere Form.

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Doch nun haben die Eltern von Tim K. sich mit einem Brief an die Opfer, dem Umfeld derer, die eine Kind, Freund oder Kollegen verloren haben, gewandt. Aber auch an jene beiden „schwer verletzten“ Polizisten, die von der Öffentlichkeit schon nicht mehr wahrgenommen werden.*

Der Brief gibt einen tiefen Einblick in die seelische Verfassung der Eltern, „es vergehe kein Tag, an dem sie nicht an die Folgen der Bluttat vom 11. März und an die Opfer dächten. Was ihr Sohn angerichtet habe, tue ihnen aus tiefstem Herzen leid und zerreiße sie„.

Ein Opfer.

Ein Opfer.

Den Opfern der Angehörigen und viele Freunde wird es nicht besser gehen. Mobbingopfer kennen diesen Zustand der „stehenden Zeit„, und wenn die Gedanken sich immer nur um das „Warum“ drehen.

Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen und den Eltern kein Trost sein kann, offenbar wahr Timi zuerst Opfer bevor er zum Täter wurde und später zum Richter an sich selbst. Doch unsere Gesellschaft nimmt so was schon lange nicht mehr wahr, es gibt ja das Kind von Boris Becker und die Fuballbundesliga.

Why?

Why?

Die Eltern von Tim schreiben weiter: „Doch sie wüssten nicht, wie ihr Sohn zu dieser Tat fähig war. Die Last des Verbrechens werde sie ein Leben lang begleiten“. Und hier ist nun die Gesellschaft gefragt, insbesondere die Lehrerschaft von Winnenden und die Politiker, die Mobbing so gerne als Modeerscheinung abtun, in Baden Wüttemberg wohl nun nicht mehr.

Der Tod ist kein Beweis.

Der Tod ist kein Beweis.

Die Frage die sich stellt, und nur eine von vielen ist, war Tim Mobbingopfer? man kann nur hoffen, dass „der Sonderausschuss im Landtag“, der sich nun konstituiert hat, „sich mit möglichen Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen befasst“ aber auch endlich den Gründen nachgeht, wie es zu diesem unfassabren Ereignis kommen konnte.

Zerrissenheit

Zerrissenheit

„Am Mittwoch, 22. Juli um 9.30 Uhr eine erste öffentliche Anhörung durchführen. Karl Zimmermann, Mitglied des Sonderausschusses, lädt alle Interessierten zur Expertenanhörung in den Landtag ein. Zum Anhörungsverfahren am 22. Juli 2009 hat der Landtag folgende Fachleute eingeladen:

• Frau Prof. Dr. Britta Bannenberg, Universität Gießen
• Herrn Dr. Hoops, Deutsches Jugendinstitut München
• Frau Kirsten Bruhns, Deutsches Jugendinstitut München.“**

Stehende Zeit.

Stehende Zeit.

Doch schon hieran sieht man, wie wenig Interesse die Öffenlichkeit an so einem Termin hat. Man findet diese Nachricht (nur) auf der Homepage des Leiters des Sonmderausschusses. **

Den Eltern von Timi kann man nur wünschen, dass sie trotz der Verfolgung und diesen asozialen Reaktionen dieser deutschen Saubermänner nicht aufgeben, an der Klärung zu helfen, was war in der „Seele“ von Timi los, warum hat er diesen Weg beschritten?

„Nach dem Amoklauf waren die Eltern des Täters aus dem Ort weggezogen. Sie hatten auch Morddrohungen erhalten“.

* http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/panorama/8640726-Winnenden-Tims-Eltern-schreiben-Brief.html

** **http://www.zimmermann-cdu.de/pressemitteilungen.htm#Sonderausschuss_

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